Aktualisiert 09.02.2015 04:33

Moskau

Putin übt vor Gipfeltreffen scharfe Kritik an Ukraine

Der russische Präsident Wladimir Putin zeigt sich im Konflikt mit der Ukraine unnachgiebig. In einem Interview beharrte er auf seinem Standpunkt, Kiew befinde sich in einer Sackgasse.

Beim ukrainischen Militäreinsatz in der Ostukraine handele es sich um eine Strafaktion, die beendet werden müsse, sagte Russlands Präsident Wladimir Putin.

Beim ukrainischen Militäreinsatz in der Ostukraine handele es sich um eine Strafaktion, die beendet werden müsse, sagte Russlands Präsident Wladimir Putin.

Kurz vor einem geplanten Ukraine-Gipfeltreffen hat der russische Präsident Wladimir Putin die Regierung in Kiew scharf kritisiert.

Bei ihrem Militäreinsatz in der Ostukraine handele es sich um eine Strafaktion, die beendet werden müsse, sagte Putin der staatlichen ägyptischen Zeitung «Al-Ahram» laut Mitteilung des Moskauer Präsidialamtes.

Zudem dürfe kein wirtschaftlicher Druck auf die umkämpfte Region mehr ausgeübt werden, weil er das öffentliche Leben zum Erliegen bringe. Die Regierung in Kiew befinde sich in einer katastrophalen Sackgasse, sagte Putin.

Der Konflikt werde so lange andauern, wie sich die «Ukrainer nicht untereinander einig werden», sagte Putin. Die Regierung in Kiew müsse «auf ihr Volk hören» und eine Übereinkunft mit «allen politischen Kräften und Regionen des Landes» finden.

Vom Westen unterstützter «Staatsstreich»

Das Interview wurde kurz vor einem Besuch des Staatschefs in Kairo veröffentlicht. Darin gab er nicht zu erkennen, in dem Konflikt von seinen bisherigem Standpunkt abzurücken. Die Gewalt in der Ostukraine sei eine Reaktion auf einen vom Westen unterstützten «Staatsstreich» in Kiew, sagte er. Dabei wurde im vergangenen Jahr der prorussische Präsident Viktor Janukowitsch entmachtet.

Westliche Staaten werfen Putin vor, den Konflikt anzuheizen und den Aufständischen mit Waffen und gutausgebildeten Soldaten zu helfen. Die Führung in Moskau weist den Vorwurf der Waffenlieferungen zurück. Bei den Soldaten handle es sich um Freiwillige.

Putin, sein ukrainischer Kollege Petro Poroschenko sowie der französische Präsident François Hollande und Kanzlerin Angela Merkel wollen sich am Mittwoch in der weissrussischen Hauptstadt Minsk treffen, um einen Waffenstillstand zu erreichen. Die Arbeiten an einem Paket für eine umfassende Lösung sollen bereits an diesem Montag in Berlin fortgesetzt werden. (sda)

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