Telefon-Diplomatie – Ukraine-Gipfel zwischen Putin und Biden geplant
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Telefon-DiplomatieUkraine-Gipfel zwischen Putin und Biden geplant

Die beiden Staatslenker haben in Telefonaten mit dem französischen Präsident Emmanuel Macron einem Meeting zugestimmt.

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Wollen die Ukraine-Krise an einem Gipfeltreffen besprechen: Wladimir Putin (links) und Joe Biden. (Archivbild)

Wollen die Ukraine-Krise an einem Gipfeltreffen besprechen: Wladimir Putin (links) und Joe Biden. (Archivbild)

AFP/Denis Balibouse
Biden stimmt Gipfel mit Putin zu, «wenn Russland nicht in die Ukraine einmarschiert».

Biden stimmt Gipfel mit Putin zu, «wenn Russland nicht in die Ukraine einmarschiert».

AFP/Jim Watson
Das Gipfeltreffen mit Putin soll von den Aussenministern der USA und Russlands vorbereitet werden.

Das Gipfeltreffen mit Putin soll von den Aussenministern der USA und Russlands vorbereitet werden.

AFP/Sergei Guneyev

Darum gehts

US-Präsident Joe Biden und sein russischer Kollege Wladimir Putin haben dem Elysée-Palast in Paris zufolge einem von Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron vorgeschlagenen Gipfeltreffen im Ukraine-Konflikt «grundsätzlich» zugestimmt. Das Treffen «kann nur stattfinden, wenn Russland nicht in die Ukraine einmarschiert», erklärte der Elysée in der Nacht zum Montag weiter, nachdem Macron zuvor mit den beiden Staatslenkern telefoniert hatte.

Kurz darauf erklärte Bidens Pressesprecherin Jen Psaki, die USA seien «verpflichtet, die Diplomatie bis zum Beginn einer Invasion fortzusetzen». Biden habe «grundsätzlich einem Treffen mit Präsident Putin zugestimmt ... wenn es nicht zu einer Invasion kommt.»

Das Treffen zwischen den Präsidenten der USA und Russlands soll Frankreich zufolge von den jeweiligen Aussenministern, Antony Blinken und Sergei Lawrow, bei ihrem Treffen am Donnerstag vorbereitet werden. Am Montag soll sich Lawrow bereits mit seinem französischen Kollegen Jean-Yves Le Drian treffen.

Macron telefonierte zweimal mit Putin

Demnach schlug Macron im Anschluss an die direkten Gespräche zwischen Biden und Putin ein Gipfeltreffen «mit allen Beteiligten» in dem Konflikt vor. Dabei soll es um die «Sicherheit und strategische Stabilität in Europa» gehen.

Macron hatte am Sonntag zweimal mit Putin gesprochen. Dem Kreml zufolge vereinbarten Macron und Putin beim ersten Telefonat, «die Wiederherstellung des Waffenstillstands zu erleichtern und Fortschritte bei der Lösung des Konflikts zu gewährleisten». Putin habe in dem Gespräch aber auch «Provokationen» der ukrainischen Armee angeprangert. Anschliessend sprach Macron mit Biden, bevor er am Abend erneut Putin anrief.

Moskau gibt an, sich durch die Nato-Osterweiterung bedroht zu fühlen und hat nach westlichen Angaben rund 150’000 Soldaten an der Grenze zur Ukraine zusammengezogen. Truppen der pro-russischen Separatisten in der Ukraine mit eingeschlossen könnten es demnach bis zu 190’000 Soldaten sein. Moskau bestreitet jedoch jegliche Angriffspläne.

Verwirrung um Abzug aus Belarus

Als mögliches Zeichen für Entspannung war die Ankündigung aus Moskau gewertet worden, seine schätzungsweise 30’000 Soldaten aus dem Nachbarland Belarus abzuziehen. Das belarussische Verteidigungsministerium erklärte nun jedoch, Präsident Alexander Lukaschenko und Putin hätten angesichts der «Eskalation» des Ostukraine-Konflikts entschieden, ihr gemeinsames Militärmanöver fortzusetzen.

Diese Darstellung «entspricht nicht den Äusserungen von Präsident Putin», erklärte allerdings der Elysée-Palast nach Macrons erstem Telefonat mit dem Kreml-Chef. Dieser habe seine Absicht kundgetan, seine Truppen aus Belarus nach Abschluss der laufenden Militärübungen abzuziehen.

In der Ostukraine nahm die Gewalt indessen weiter zu. Nach ukrainischen Angaben starben am Samstag zwei ukrainische Soldaten durch Granatbeschuss. AFP-Journalisten hörten am Sonntag weitere Explosionen an der Front zwischen Separatisten und Regierungstruppen.

Ukraine will Nato-Beitritt verhandeln

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski forderte eine Wiederaufnahme der Verhandlungen über einen Waffenstillstand unter Führung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Auf der Münchner Sicherheitskonferenz bot Selenski Putin ein Treffen an. Er wandte sich jedoch auch gegen eine «Appeasement-Politik» zur Besänftigung der russischen Seite und forderte erneut eine klare Perspektive für einen Nato-Beitritt der Ukraine.

Am Sonntagabend telefonierte der französische Präsident auch mit dem britischen Premierminister Boris Johnson. Einem Sprecher von Johnsons Büro zufolge waren die beiden sich «einig, dass die kommende Woche für die Diplomatie von entscheidender Bedeutung sein wird». Johnson begrüsste demnach Macrons Engagement, eine diplomatische Lösung zu suchen, betonte jedoch, dass die «Stimme der Ukraine in allen Gesprächen zentral bleiben muss».

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(AFP/chk)

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