Wahlen in Russland: Putin und das Plakat-Plagiat
Aktualisiert

Wahlen in RusslandPutin und das Plakat-Plagiat

Vier Wochen vor der Parlamentswahl in Russland steht die Partie von Wladimir Putin in der Kritik. Deren Werbeplakate seien wie eine Kopie des offiziellen Wahlaufrufs der Behörden.

Erst auf den zweiten Blick ist ein Unterschied auszumachen. Im Gegensatz zum offiziellen Wahlaufruf der Behörden (links) findet man auf dem Plakat von Geeintes Russland das Parteisymbol, den Bären.

Erst auf den zweiten Blick ist ein Unterschied auszumachen. Im Gegensatz zum offiziellen Wahlaufruf der Behörden (links) findet man auf dem Plakat von Geeintes Russland das Parteisymbol, den Bären.

Farblich und grafisch seien die Plakate der Partei Geeintes Russland identisch mit denjenigen der Behörden, so die Kritik. Die Plakate unterscheiden sich nur darin, dass die von Geeintes Russland zusätzlich das Parteisymbol mit einem Bären tragen.

Die Wahlbeobachter der Organisation Golos werfen der Putin-Partei deshalb einen Verstoss gegen das Wahlgesetz vor. Wähler würden durch die identische Werbung in die Irre geführt. Das sei strafbar. Die Wahlkommission wies dies zurück.

Putin-Partei offenbar nervös

Auch die Kommunistische Partei kritisierte die fehlende Trennung von Parteienwerbung und staatlichen Wahlaufrufen. Die Putin-Partei verschaffe sich durch die Ähnlichkeit der Plakate auf dreiste Weise einen Wettbewerbsvorteil. Die Opposition beklagt zudem seit langem einen mangelnden Zugang zum staatlich kontrollierten Fernsehen. In den russischen Medien sind vor der Wahl am 4. Dezember vor allem Präsident Dmitri Medwedew als Spitzenkandidat von Geeintes Russland sowie Putin zu sehen.

Seit Tagen berichtet die Presse über die grosse Nervosität der Regierungspartei. Nach Angaben der Zeitung «Kommersant» wurden Funktionäre in Verwaltungen etwa dazu genötigt, sich schriftlich zur Stimmabgabe für Putins Partei zu verpflichten. (sda)

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