Jet-Abschuss: Putin verfügt Importverbot für türkische Waren
Aktualisiert

Jet-AbschussPutin verfügt Importverbot für türkische Waren

Nach dem Jet-Abschuss hat der russische Präsident die angekündigten Sanktionen gegen die Türkei veranlasst. Diese treffen türkische Unternehmen und den Tourismus.

von
ij
1 / 17
Vier Tage nach dem Abschuss eines russischen Militärflugzeuges durch die Türkei hat Russlands Präsident Wladimir Putin Sanktionen erlassen. (Archivbild / 1.12.2014)

Vier Tage nach dem Abschuss eines russischen Militärflugzeuges durch die Türkei hat Russlands Präsident Wladimir Putin Sanktionen erlassen. (Archivbild / 1.12.2014)

Keystone/Umit Bektan
Bedauert den Abschuss: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hier in Bayburt. (27. November 2015)

Bedauert den Abschuss: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hier in Bayburt. (27. November 2015)

Keystone/Yasin Bulbul
Deutschland will Tornado-Aufklärungsflugzeuge nach Syrien schicken: Militärflugzeug der Deutschen Luftwaffe. (Archiv)

Deutschland will Tornado-Aufklärungsflugzeuge nach Syrien schicken: Militärflugzeug der Deutschen Luftwaffe. (Archiv)

Keystone

Kremlchef Wladimir Putin hat mit weitreichenden Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei auf den Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs reagiert. Mit einem Erlass verbietet oder begrenzt der russische Präsident vorübergehend die Einfuhr bestimmter türkischer Waren.

Dies teilte der Kreml mit. Zudem müssen türkische Unternehmen bestimmte, von der Regierung festgelegte Aktivitäten in der Russischen Föderation einstellen. Überdies dürfen russische Unternehmen vom 1. Januar 2016 an vorübergehend keine türkischen Bürger mehr einstellen.

Der Erlass des Präsidenten sieht auch verschärfte Kontrollen des Verkehrs zwischen beiden Ländern vor. Türkische Lastwagen sowie Schiffe sollen an den Grenzen und in den Häfen stärker überprüft werden. Russland begründet dies mit Sicherheitsbedenken.

Russische Reiseanbieter dürfen überdies keinen Urlaub in der Türkei mehr anbieten. Fluggesellschaften müssen auf Charterflüge zwischen Russland und der Türkei verzichten. In einer ersten Strafmassnahme war die Visumspflicht für Türken, die nach Russland einreisen wollen, zum 1. Januar wieder eingeführt worden.

Wiedergutmachung schwierig

Der Schaden für die russisch-türkischen Beziehungen durch den Abschuss ist nach Ansicht des Kremls schwer wiedergutzumachen. Putin widme dem Vorfall seine maximale Aufmerksamkeit, betonte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Samstag im Staatsfernsehen.

Russland rufe alle Partner der Türkei und insbesondere die USA auf, künftige Handlungen der Regierung in Ankara zu beeinflussen. «Es ist verboten, sich an Russland zu vergreifen», sagte Peskow im Interview, das die Agentur Interfax vorab in Auszügen veröffentlichte.

Im Streit um die Darstellung des Abschusses vom Dienstag warf der enge Vertraute Putins der Türkei vor, Beweise zu manipulieren. Der russische Su-24-Bomber sei nicht wie von Ankara behauptet in den türkischen Luftraum eingedrungen, betonte Peskow. Eine von der Türkei präsentierte Karte sei manipuliert.

Angebot für Treffen erneuert

Erdogan seinerseits erneuerte sein Angebot zu einem persönlichen Treffen mit Putin am Rande der UNO-Klimakonferenz in Paris. «Russland ist so wichtig für die Türkei wie die Türkei für Russland. Beide Länder können es sich nicht leisten, aufeinander zu verzichten.» (ij/sda)

Deine Meinung