Angriff auf Ukraine - Putin versetzt russische Atomstreitkräfte in Alarmbereitschaft
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Angriff auf UkrainePutin versetzt russische Atomstreitkräfte in Alarmbereitschaft

Westliche Länder hätten wirtschaftlich «unfreundliche Massnahmen» ergriffen, findet Kreml-Chef Wladimir Putin. Nun hat er die Anweisung gegeben, dass russische Atomwaffen für einen möglichen Start vorbereitet werden sollen.

von
Karin Leuthold

Eine weitere Eskalation im Ukraine-Krieg: Hier kündigt Putin an, seine Atomstreitkräfte zu aktivieren.

Darum gehts

Der russische Präsident Wladimir Putin hat inmitten der Spannungen mit dem Westen wegen des Kriegs in der Ukraine die Atomstreitkräfte seines Landes in Alarmbereitschaft versetzt. Das teilte er am Sonntag bei einem Treffen mit seinen Spitzenberatern mit. Nato-Mitglieder hätten «aggressive Erklärungen abgegeben, sagte er offenbar unter Bezug auf harte finanzielle Sanktionen gegen Russland und ihn selbst. Verteidigungsminister Sergej Schoigu und den Generalstabschef habe er angewiesen, die nuklearen Abschreckungskräfte in ein «spezielles Regime» der Kampfbereitschaft zu versetzen.

Die britische Aussenministerin Liz Truss hat vor dem Einsatz von «noch schlimmeren Waffen» durch Russland in der Ukraine gewarnt. Geheimdienstinformationen wiesen darauf hin, dass die ukrainischen Streitkräfte «dem russischen Vormarsch weiterhin widerstehen», doch könnte dies dazu führen, dass der Krieg noch «sehr, sehr blutig» werden könnte, sagte Truss am Sonntag dem Sender Sky News: «Wir müssen darauf gefasst sein, dass Russland versuchen wird, noch schlimmere Waffen einzusetzen».

Der entschlossene Kampf der Ukrainer für ihre Souveränität und territoriale Integrität könne dazu führen, dass der Konflikt noch «mehrere Jahre andauern» werde, sagte Truss. «Dies könnte durchaus der Anfang vom Ende» für Kremlchef Wladimir Putin bedeuten, «und ich fürchte, dass er entschlossen ist, in diesem Krieg die übelsten Mittel einzusetzen.»

Zurückhaltend reagierte die britische Aussenministerin auf den Vorschlag Russlands zu Verhandlungen mit der Ukraine. Dafür müsse Russland zunächst seine Truppen wieder aus dem Nachbarland zurückziehen, sagte sie: «Sie können nicht mit einer Schusswaffe an der Schläfe der Ukrainer verhandeln, sie müssen ihre Truppen abziehen».

«Putin spielt mit dem Atomknopf wie mit einem Schlüsselbund»

Schon seit Beginn des Einmarsches in die Ukraine hatte der Kreml daran erinnert, dass Russland «eine der mächtigsten Atommächte der Welt» sei. Es solle «keine Zweifel geben, dass jeder mögliche Angreifer eine Niederlage und bedrohliche Konsequenzen erleben» werde, warnte Putin vor einigen Tagen. Damit weckte er weltweit Befürchtungen vor einem nuklearen Krieg.

Laut dem Chefredaktor der kremlkritischen Zeitung «Nowaja Gaseta» spielt Putin mit dem Nuklearknopf «wie mit dem Schlüsselbund eines teuren Autos». Der russische Friedensnobelpreisträger Dmitri Muratow sagte entsetzt: «Was kommt als Nächstes? Ein atomarer Schlag?»

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