Selenski zur Teilmobilmachung: «Putin will die Ukraine in Blut ertränken, aber auch im Blut seiner eigenen Soldaten»

Publiziert

Selenski zur Teilmobilmachung«Putin will die Ukraine in Blut ertränken, aber auch im Blut seiner eigenen Soldaten»

300’000 Reservisten sollen eingezogen werden, um die russischen Streitkräfte in ihrem Einsatz in der Ukraine zu verstärken. Der ukrainische Präsident Selenski zeigt sich davon wenig beeindruckt.

Russland will für seine sogenannte Sonderoperation in der Ukraine am 21. September 300’000 Reservisten mobilisieren. 

20 Minuten

Darum gehts

  • Knapp sieben Monate nach Beginn des Krieges gegen die Ukraine hat Russland eine Teilmobilmachung der eigenen Streitkräfte angeordnet. 

  • Putin will 300’000 Reservisten sofort einziehen lassen, um die russischen Streitkräfte bei ihrem Einsatz in der Ukraine zu verstärken.

  • Für den ukrainischen Präsidenten Selenski ist klar: Putin sehe, dass seine Einheiten einfach weglaufen.

Nach Meinung des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski zeigt die angekündigte Teilmobilisierung in Russland, dass Moskau Probleme mit seinem Militärpersonal hat. «Wir wissen bereits, dass sie Kadetten mobilisiert haben, Jungs, die nicht kämpfen konnten. Diese Kadetten sind gefallen. Sie konnten nicht einmal ihre Ausbildung beenden», sagte Selenski im Interview der «Bild». Sie seien in die Ukraine gekommen, um zu sterben.

Der russische Präsident Wladimir Putin brauche «eine millionenschwere Armee», sehe aber, «dass seine Einheiten einfach weglaufen», sagte Selenski weiter. Putin wolle «die Ukraine in Blut ertränken, aber auch im Blut seiner eigenen Soldaten».

«Wir werden Schritt für Schritt nach unseren Plänen handeln»

Der Kremlchef hatte zuvor in einer Fernsehansprache am Mittwochmorgen eine Teilmobilmachung der eigenen Streitkräfte angeordnet. Diese sollte noch am selben Tag beginnen. Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu nannte 300’000 Reservisten, die für Kämpfe mobilisiert werden sollen. Eingesetzt werden sollen demnach Menschen mit Kampferfahrung. In Russland gebe es 25 Millionen Reservisten.

Der ukrainische Präsident zeigte sich von Putins Drohungen unbeeindruckt. Er plane nicht, die Zurückeroberung der von Russland besetzten Gebiete abzubrechen. «Wir werden Schritt für Schritt nach unseren Plänen handeln.»

Der Ende Februar begonnene russische Angriffskrieg gegen die Ukraine war bislang eher schleppend vorangekommen. Die ukrainischen Streitkräfte hatten auch dank westlicher Militärhilfen zuletzt wichtige Erfolge bei ihren Gegenoffensiven erzielt.

Zu Putins indirekter Androhung eines Einsatzes von Atomwaffen sagte Selenski der «Bild»: «Ich glaube nicht daran, dass er diese Waffen einsetzen wird. Ich glaube nicht, dass die Welt es zulassen wird, dass er diese Waffen einsetzt.» Er räumte aber ein: «Wir können diesem Menschen nicht in den Kopf schauen, es gibt Risiken.» Selenski betonte, dass man Putins Drohungen in keinem Fall nachgeben dürfe: «Morgen kann Putin sagen: Wir wollen ausser der Ukraine auch einen Teil von Polen haben, sonst werden wir Atomwaffen einsetzen. Wir können diese Kompromisse nicht eingehen.» 

Beschäftigt dich oder jemanden, den du kennst, der Krieg in der Ukraine?

Hier findest du Hilfe für dich und andere:

Fragen und Antworten zum Krieg in der Ukraine (Staatssekretariat für Migration)

Kriegsangst?, Tipps von Pro Juventute

Beratungsangebot (Deutsch, Ukrainisch, Russisch), von Pro Juventute

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Anmeldung und Infos für Gastfamilien:

Keine News mehr verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

(DPA/kle)

Deine Meinung