Neue Doktrin: Putin will seine Marine stärken und kündigt Hyperschallrakete «Zirkon» an

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Neue DoktrinPutin will seine Marine stärken und kündigt Hyperschallrakete «Zirkon» an

Der russische Präsident hat Zweck und Ziele der Marine neu aufgestellt. Zudem soll bald die Hyperschall-Seerakete «Zirkon» in Dienst gestellt werden. Dies kündigt Wladimir Putin am Tag der Seestreitkräfte in St. Petersburg an.

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Zum Tag der Seestreitkräfte in St. Petersburg wohnte Wladimir Putin einer grossen Militärparade bei.

Zum Tag der Seestreitkräfte in St. Petersburg wohnte Wladimir Putin einer grossen Militärparade bei.

AFP
Putin stellte die neue Marine-Doktrin in Kraft, welche die russischen Seegrenzen definiert. Die Grenzen sollen «hart und mit allen Mitteln» gewährleistet werden, so der russische Präsident.

Putin stellte die neue Marine-Doktrin in Kraft, welche die russischen Seegrenzen definiert. Die Grenzen sollen «hart und mit allen Mitteln» gewährleistet werden, so der russische Präsident.

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In der neuen Doktrin wurde festgeschrieben, dass das Streben der USA nach Dominanz auf den Weltmeeren eine «Herausforderung für die nationale Sicherheit Russlands» sei.

In der neuen Doktrin wurde festgeschrieben, dass das Streben der USA nach Dominanz auf den Weltmeeren eine «Herausforderung für die nationale Sicherheit Russlands» sei.

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Darum gehts

  • Am Sonntag hat Putin eine neue Marine-Doktrin in Kraft gesetzt.

  • Diese definiert die Stellung der USA auf den Weltmeeren als «Herausforderung für die nationale Sicherheit».

  • Putin kündigte zudem an, die «Zirkon»-Hyperschallrakete werde bald in Dienst gestellt.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat zum Tag der Seestreitkräfte in St. Petersburg eine neue Marine-Doktrin in Kraft gesetzt. Darin seien auch Russlands Seegrenzen, darunter in der Arktis und im Schwarzen Meer, festgelegt worden. «Den Schutz werden wir hart und mit allen Mitteln gewährleisten», betonte der Kremlchef bei einer Parade mit Kriegsschiffen am Sonntag. Zugleich kündigte er an, dass die neue Hyperschall-Seerakete «Zirkon» bald in Dienst gestellt werde. Die Lieferung der Raketen beginne in den nächsten Monaten, als erste werde die Fregatte «Admiral Gorschkow» damit ausgerüstet.

In der neuen Doktrin wurde festgeschrieben, dass das Streben der USA nach Dominanz auf den Weltmeeren eine «Herausforderung für die nationale Sicherheit Russlands» sei. Das von Putin feierlich unterzeichnete Dokument sieht auch vor, dass die militärische Infrastruktur auf der annektieren Schwarzmeer-Halbinsel Krim ausgebaut wird. Laut der Doktrin ist zudem der Bau von modernen Flugzeugträgern vorgesehen.

Zudem will Moskau auch seine führende Position bei der Erforschung der Arktis und der dort befindlichen Rohstoffe stärken und die «strategische Stabilität» sichern, indem es die Nord- und Pazifikflotte ausbaut. Ziel sei es, in der Arktis eine «sichere und wettbewerbsfähige» Seeroute von Europa nach Asien zu entwickeln und ganzjährig befahrbar zu machen. Die sogenannte Nordost-Passage führt an der arktischen Küste Russlands entlang.

Angriffskrieg gegen Ukraine nicht direkt erwähnt

Beim Auftritt vor Tausenden Zuschauerinnen und Zuschauern ging Putin nicht direkt auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ein. Er dankte der Kriegsmarine für ihre Einsätze, die sie seit Jahrhunderten leiste, und lobte ihre hohe Verteidigungsbereitschaft. Russland hat für die Angriffe gegen die Ukraine auch zahlreiche Kriegsschiffe im Schwarzen Meer im Einsatz.

Vor seiner Rede hatte Putin auf einem Boot während einer Fahrt von Kronstadt nach St. Petersburg bei dicht bewölktem Himmel und zeitweiligem Regen die Parade abgenommen. Kurz danach bestätigte er in einem demonstrativen Unterzeichnungsakt auch die Marine-Doktrin.

Zur neuen Hyperschallwaffe «Zirkon» für die Seestreitkräfte sagte Putin, dass es für sie keine Hindernisse gebe. Ihre Indienststellung wurde 2021 nach Berichten über erfolgreiche Tests schon für Anfang dieses Jahres angekündigt. Hyperschallwaffen weisen ein Vielfaches der Schallgeschwindigkeit von rund 343 Metern pro Sekunde auf. Sie seien eine Reaktion auf die Nato, sagte Putin im vergangenen Jahr. Wo genau sie stationiert werden, solle «gemäss den nationalen Interessen Russlands» festgelegt werden, hiess es.

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(DPA/bre)

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