11.06.2015 08:23

Italien

Putin zu Gast bei Freunden

Die Beziehung Russlands zu Italien ist wärmer als diejenige zu anderen EU-Staaten. Das hat Wladimir Putin in Rom erneut zu spüren bekommen.

von
kmo
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Der russische Präsident Wladimir Putin weilte am 10. Juni 2015 in Italien und traf bei dieser Gelegenheit seinen alten Freund, den italienischen Ex-Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi.

Der russische Präsident Wladimir Putin weilte am 10. Juni 2015 in Italien und traf bei dieser Gelegenheit seinen alten Freund, den italienischen Ex-Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi.

Keystone/AP/Telenews
Die beiden umarmten sich herzlich.

Die beiden umarmten sich herzlich.

Telenews
Es war der gemütliche Abschluss eines langen Tages mit vielen Treffen.

Es war der gemütliche Abschluss eines langen Tages mit vielen Treffen.

Keystone/AP/Alexey Nikolsky / ria Novosti / Kremlin Pool

Am G7-Gipfel in Bayern war er Persona non grata. Italien bescherte Wladimir Putin dagegen einen warmen Empfang. Der russische Präsident reiste anlässlich des Nationen-Tags Russland an die Expo in Mailand – und traf sich mit den Grössen im Land.

Italiens Premierminister Matteo Renzi begleitete Putin nicht nur durch den russischen Expo-Pavillon, sondern traf ihn auch anschliessend zu einem längeren Gespräch. Danach reiste der Russe nach Rom, um den Staatspräsidenten Sergio Mattarella und den Papst zu besuchen. Den Abend genoss er schliesslich mit seinem alten Freund Silvio Berlusconi.

Gute Handelspartner

Die Beziehungen zwischen Italien und Russland gelten als weniger angespannt als zwischen Putin und anderen EU-Ländern und den USA. Italien ist laut «NZZ» Russlands drittgrösster Handelspartner, weswegen auch die italienischen Unternehmen unter den Sanktionen gegen Russland leiden.

Der italienische Regierungschef begrüsste Putin denn auch als «lieben» Präsidenten von Russland und äusserte keine Kritik an dem russischen Vorgehen in der Ukraine. Er sagte lediglich, er und Putin seien sich einig, dass es eine vollständige Umsetzung des Minsker Friedensabkommens geben müsse. Trotzdem vermochte es Putin auch dieses Mal nicht, Rom auf seine Seite zu ziehen.

Papst redet Putin ins Gewissen

Die Gespräche zwischen Papst Franziskus und dem russischen Staatschef am Nachmittag konzentrierten sich auf den Ukraine-Konflikt und den Nahen Osten. Das katholische Kirchenoberhaupt schenkte seinem Gast eine Medaille mit einem Friedensengel und rief ihn zu «aufrichtigen» Bemühungen um Frieden in der Ukraine auf. Es war die zweite Zusammenkunft des russischen Präsidenten mit dem Papst seit dessen Amtsantritt 2013.

Nach seinem Treffen mit dem Papst begann für Putin dann der gemütliche Teil: Er traf sich mit einem guten alten Freund – dem italienischen Ex-Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Ob er diesen auch eine Stunde hatte warten lassen wie zuvor Renzi und den Papst, ist nicht bekannt. (kmo/sda)

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