Ukraine-Krieg – Bläst Putin zum Rückzug? Russische Armee soll sich auf Donbass fokussieren

Aktualisiert

Ukraine-KriegBläst Putin zum Rückzug? Russische Armee soll sich auf Donbass fokussieren

Russlands stellvertretender Generalstabschef Sergej Rudskoj deutet einen Strategiewechsel im Ukraine-Krieg an:  Er sagte, die ersten Ziele seien erreicht. Nun wolle man sich auf den Donbass konzentrieren. 

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Die russische Armee will sich nach offiziellen Angaben bei ihrem Vorgehen in der Ukraine künftig auf die «Befreiung» der Donbass-Region im Osten des Landes konzentrieren.

Die russische Armee will sich nach offiziellen Angaben bei ihrem Vorgehen in der Ukraine künftig auf die «Befreiung» der Donbass-Region im Osten des Landes konzentrieren.

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Laut dem stellvertretenden Generalstabschef Sergej Rudskoj  sind die ersten in der Ukraine gesetzten Ziele erreicht und die ukrainischen Kampfeinheiten in bedeutendem Umfang reduziert worden. (Archivbild 2016)

Laut dem stellvertretenden Generalstabschef Sergej Rudskoj  sind die ersten in der Ukraine gesetzten Ziele erreicht und die ukrainischen Kampfeinheiten in bedeutendem Umfang reduziert worden. (Archivbild 2016)

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In der ostukrainischen Region Donbass hatten prorussische Separatisten im Jahr 2014 die «Volksrepubliken» Donezk und Luhansk ausgerufen. Im Bild: Soldaten der prorussischen Miliz vor der Filiale der Oschad-Bank in Stanytsia Luhanska in der Region Luhansk. 

In der ostukrainischen Region Donbass hatten prorussische Separatisten im Jahr 2014 die «Volksrepubliken» Donezk und Luhansk ausgerufen. Im Bild: Soldaten der prorussischen Miliz vor der Filiale der Oschad-Bank in Stanytsia Luhanska in der Region Luhansk. 

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Die russische Armee will sich nach offiziellen Angaben bei ihrem Vorgehen in der Ukraine künftig auf die «Befreiung» der Donbass-Region im Osten des Landes konzentrieren. Das ukrainische Militär hatte zuvor bedeutende Geländegewinne unter anderem in der Hauptstadtregion Kiew gemeldet. Nach Angaben des britischen Militärgeheimdienstes zerstörte die ukrainische Armee als Teil ihrer Strategie, auf die verwundbaren russischen Versorgungslinien zu zielen, auch ein russisches Munitionslager.

Hauptziel «Befreiung» des Donbass 

Die ersten bei dem «besonderen Militäreinsatz» in der Ukraine gesetzten Ziele seien erreicht und die «ukrainischen Kampfeinheiten in bedeutendem Umfang reduziert worden», berichtet Russlands stellvertretender Generalstabschef Sergej Rudskoj. Damit könne die Armee künftig «den Grossteil ihrer Anstrengungen auf das Hauptziel richten: die Befreiung des Donbass». Rudskoj schloss gleichwohl weitere Luftangriffe auf ukrainische Städte nicht aus.

Vorwurf, russische Armee schiesse bewusst auf zivile Einrichtungen

Die ukrainische Regierung wirft der russischen Armee seit Wochen vor, gezielt zivile Ziele anzugreifen. Am Freitag meldete die Polizei der zweitgrössten ukrainischen Stadt Charkiw den Tod von mindestens vier Zivilisten in einer medizinischen Einrichtung durch russischen Beschuss.

Bewohner der nahe der russischen Grenze gelegenen Metropole sagten der Nachrichtenagentur AFP, in Charkiw sei Streumunition eingesetzt worden. Die Stadtverwaltung der seit Wochen belagerten Hafenstadt Mariupol sprach am Freitag von rund 300 Menschen, die vermutlich durch den Beschuss eines als Schutzort dienenden Theaters in der vergangenen Woche getötet worden seien.

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow wies am Freitag Vorwürfe Kiews zurück, durch den Einsatz von Phosphorbomben in Wohngebieten gegen internationale Waffenkonventionen zu verstossen. Zugleich warf er den USA erneut vor, mit Warnungen vor einem möglichen Chemiewaffeneinsatz Russlands in der Ukraine von einem angeblich chemischen und biologischen Waffenprogramm ablenken zu wollen, das Washington dort und in anderen Ländern verfolge.

Russland nennt erstmals eigene Opferzahlen

Erstmals seit drei Wochen legte Russland offiziell Zahlen zu eigenen Verlusten in der Ukraine vor. Demnach wurden 1351 russische Soldaten getötet und mehr als 3800 weitere verletzt. Die Ukraine spricht von weitaus höheren Opferzahlen auf russischer Seite.

Beide Parteien melden Zerstörung wichtiger militärischer Infrastruktur

Der ukrainische Generalstab meldete darüber hinaus die Zerstörung des russischen Landungsschiffs «Saratow» sowie die Beschädigung der Landungsschiffe «Cäsar Kunikow» und «Nowotscherkassk». Das russische Militär erklärte seinerseits, es habe mit «hochpräzisen seegestützten Marschflugkörpern» das grösste Treibstofflager der Ukraine in Kalyniwka bei Kiew zerstört.

In der ostukrainischen Region Donbass hatten prorussische Separatisten im Jahr 2014 die «Volksrepubliken» Donezk und Luhansk ausgerufen. Wenige Tage vor Beginn seiner Offensive in der Ukraine, am 24. Februar, hatte Russland die Unabhängigkeit der «Volksrepubliken» anerkannt.

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Hier findest du Hilfe für dich und andere:

Fragen und Antworten zum Krieg in der Ukraine (Staatssekretariat für Migration)

Kriegsangst?, Tipps von Pro Juventute

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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(afp/lea)

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