Putins «Carla Bruni»
Aktualisiert

Putins «Carla Bruni»

Russlands Noch-Präsident Wladimir Putin spürt angeblich den Frühling. Wie Kollege Nicolas Sarkozy soll er sich eine junge, prominente Frau geangelt haben. Das Gerücht steht allerdings auf ziemlich wackeligen Beinen.

Das Privatleben des Präsidenten, der sein Amt am 7. Mai an Dmitri Medwedew übergeben wird, galt in Russland bislang als Tabuthema, und die staatlich gelenkten Medien behandelten es auch so. Doch ausgerechnet gestern, als Wladimir Putin den Vorsitz seiner Regierungspartei Einiges Russland übernahm, liess das Boulevardblatt «Moskowskij Korrespondent» die Bombe platzen. Bereits im Februar habe sich Putin nach 25 Ehejahren von seiner Frau Ljudmila scheiden lassen.

Der Grund soll jung, schön und prominent sein: Die 24-jährige Alina Kabajewa, 2004 in Athen Olympiasiegerin in der rhythmischen Sportgymnastik, habe als «russische Carla Bruni» dem Präsidenten den Kopf verdreht. Die Hochzeit soll bereits am 15. Juni in Putins Heimatstadt St. Petersburg stattfinden, schreibt die Zeitung und beruft sich auf «Kreise, die dem Petersburger Establishment nahe stehen». Konkret gemeint ist ein «enger Freund» des Besitzers einer Event-Agentur, die sich um die Ausrichtung der Hochzeit bewerbe.

Geschichte stimmt «zu 75 Prozent»

Gegenüber «Spiegel Online» dementierte besagte Firma allerdings jede wie auch immer geartete Verbindung mit einer angeblichen Hochzeit Putins. «Wir haben davon genau wie Sie aus dem Internet erfahren», sagte Sergej Tylkin, Direktor von «Karnaval-Stil». «Es wäre natürlich eine grosse Ehre, ein solches Fest auszurichten, aber das Ganze ist Unsinn.» Es handle sich um unseriöse Informationen, so der Event-Manager.

Von «Spiegel Online» mit dieser Aussage konfrontiert, verteidigte sich der Autor des Artikels im «Moskowskij Korrespondent» wortreich: «Wenn ich eine solche Nachricht unter meinem Familiennamen und nicht unter Pseudonym veröffentliche, dann können Sie davon ausgehen, dass sie zu 75 Prozent stimmt», sagte Sergej Topol. Trotz heftiger Kritik ist der Journalist von seiner Story überzeugt: «Moskau hat schon immer von Gerüchten gelebt. Wir wissen: Egal welches Gerücht aufkommt – früher oder später erweist es sich als wahr.»

Der Kreml schweigt

Früher oder später? Ein Begriff, der vieles zulässt. Vom Kreml jedenfalls war kein Kommentar zu vernehmen, und Alina Kabajewas Sprecher dementierte eine Liaison vehement. Auch ihr Vater Marat Kabajew sagte dem «Moskowskij Korrespondent», er wisse nichts von einer Hochzeit, finde eine solche Verbindung aber prinzipiell positiv. So wackelig die Sache erscheint, im Internet wird heftig über Putins «Sarkozy-Syndrom» diskutiert. Zumal die attraktive und erfolgreiche Sportlerin Alina Kabajewa die Fantasien gehörig anregt.

An Ehrgeiz scheint es der ursprünglich aus Usbekistan stammenden jungen Frau jedenfalls nicht zu fehlen. Nach Beendigung ihrer sportlichen Karriere liess sie sich letztes Jahr ins Parlament wählen, als Mitglied von Einiges Russland, jener Partei also, deren Vorsitz Wladimir Putin gestern übernommen hat.

(pbl)

Deine Meinung