Technik aus Thalwil ZH: Putins Drohnen fliegen mit Schweizer Chip
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Technik aus Thalwil ZHPutins Drohnen fliegen mit Schweizer Chip

Ein mit Granaten bestücktes unbemanntes Fluggerät wird von Russland im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt. Das Herzstück der Drohne stammt aus dem Kanton Zürich.

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Fliegt mit Chip aus Thalwil ZH: Eine Orlan-10 kurz vor dem Start. (Archivbild)

Fliegt mit Chip aus Thalwil ZH: Eine Orlan-10 kurz vor dem Start. (Archivbild)

IMAGO/SNA/Ria Novostix
Russland hat die Drohnen mit Granaten bestückt und bombardiert damit Ziele in der Ostukraine.

Russland hat die Drohnen mit Granaten bestückt und bombardiert damit Ziele in der Ostukraine.

IMAGO/SNA/Ria Novostix
Der Chip aus Thalwil war nicht für den Bau der Drohne bestimmt, sondern frei auf dem Markt erhältlich.

Der Chip aus Thalwil war nicht für den Bau der Drohne bestimmt, sondern frei auf dem Markt erhältlich.

IMAGO/SNA/Ria Novostix

Darum gehts

Im Angriffskrieg gegen die Ukraine setzt Russland auf Drohnen vom Typ Orlan-10. Die Orlan (russisch für Adler) späht Ziele aus, die dann von der Artillerie angegriffen werden. Doch seit kurzem bestückt die russische Armee die Fluggeräte auch mit Granaten und bombardiert damit Ziele in der Ostukraine.

Jetzt zeigen Recherchen des «SonntagsBlicks»: Die Orlan-10 fliegt mit Schweizer Beteiligung. Das technische Herzstück der Drohne ist ein GPS-Modul der Thalwiler Firma U-Blox. Die Organisation Conflict Armament Research hat eine 2016 abgestürzte Orlan-10 untersucht und herausgefunden, dass eines der zentralen Bauteile der Drohne der GPS-Chip aus der Schweiz ist.

Keine Beschränkungen beim Verkauf 2012

Die Orlan-10 besteht laut der Zeitung weitgehend aus Komponenten vom Regal. Die meisten Einzelteile stammen aus westlichen Ländern. Diese gelangten über einen Vertriebspartner in Deutschland über mehrere Stationen nach Russland. «Dieser Chip ist von uns nicht zur militärischen Nutzung gedacht», sagt Sven Etzold, Leiter Business Marketing der Firma U-Blox. Er räumt aber ein: «Wir haben 2018 davon erfahren, dass eines der von uns bereits 2012 verkauften GPS-Module in einer militärischen Applikation angewendet wurde.»

Auch der Bund hat Kenntnis vom Fall der Thalwiler GPS-Chips. Doch zum Zeitpunkt des Verkaufs 2012 unterlagen diese keinen Exportbeschränkungen, wie der «SonntagsBlick» weiter schreibt. Seit den neuen Sanktionen gegen Russland vom 4. März 2022 ist die Ausfuhr von solchen Chips jedoch verboten. U-Blox hat laut eigenen Angaben die Exporte nach Russland gestoppt.

Beschäftigt dich oder jemanden, den du kennst, der Krieg in der Ukraine?

Hier findest du Hilfe für dich und andere:

Fragen und Antworten zum Krieg in der Ukraine (Staatssekretariat für Migration)

Kriegsangst?, Tipps von Pro Juventute

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Anmeldung und Infos für Gastfamilien:

(chk)

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