10.10.2016 19:30

Blogger deckt aufPutins Koch ist Chef russischer Troll-Fabriken

Jewgeni Prigoschin war eigentlich Putins Koch. Als Chef der Troll-Fabrik sorgt er nun aber dafür, dass Wladimir Putin im Internet immer positiv dasteht.

von
vbi
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Der Unternehmer Jewgeni Prigoschin soll die Troll-Fabriken in Russland führen. Er ist Milliarden schwer, besitzt einen Privatjet, eine Luxus-Yacht und mehrer Anwesen, unter anderem in einem Naturschutzgebiet am Schwarzen Meer, wie die «Bild» schreibt.

Der Unternehmer Jewgeni Prigoschin soll die Troll-Fabriken in Russland führen. Er ist Milliarden schwer, besitzt einen Privatjet, eine Luxus-Yacht und mehrer Anwesen, unter anderem in einem Naturschutzgebiet am Schwarzen Meer, wie die «Bild» schreibt.

Screenshot ZDF
In seinem Blog beschreibt Alexander Nawalny den Aufstieg von Prigoschin als «eine der bemerkenswertesten Erfolgsgeschichten von Putins Russland.»

In seinem Blog beschreibt Alexander Nawalny den Aufstieg von Prigoschin als «eine der bemerkenswertesten Erfolgsgeschichten von Putins Russland.»

Facebook Alexander Nawalny
Zuerst war Prigoschin (l.) Putins Koch. Dann übergab ihm der Präsident immer mehr Aufgaben. Mittlerweile soll er Putins Troll-Fabriken führen.

Zuerst war Prigoschin (l.) Putins Koch. Dann übergab ihm der Präsident immer mehr Aufgaben. Mittlerweile soll er Putins Troll-Fabriken führen.

freedomrussi.org

Jewgeni Prigoschin ist Wladimir Putins rechte Hand. Zuerst war der 55-Jährige sein Koch, nun sorgt er dafür, dass im Internet nur Positives über den russischen Präsidenten zu lesen ist. Für Kreml-Kritiker Alexander Nawalny ist klar: Prigoschin ist Putins Hofnarr.

In seinem Blog schrieb Nawalny letzte Woche, die Geschichte von Prigoschin sei «eine der bemerkenswertesten Erfolgsgeschichten von Putins Russland». Denn der 55-Jährige sei nicht nur Milliardär, sondern auch Leiter von Putins Troll-Fabriken in Sankt Petersburg.

Vom Lebensmittelverkäufer zum Milliardär

Der Begriff Troll-Fabrik bezeichnet verdeckte Organisationen in Russland, die im Auftrag des Staates Manipulation im Internet betreiben. Eine solche Fabrik soll Prigoschins Firma Internet Research sein, die heimlich Putin-Propaganda in sozialen Medien verbreite.

Dabei hat Prigoschin klein angefangen, wie «Bild» schreibt. In Sankt Petersburg verkaufte er bis 2001 Lebensmittel. Dann eröffnete er ein Restaurant, das Putin besuchte. Offenbar verstanden sich die beiden gut, nur wenig später wurde Prigoschin Koch des Präsidenten.

«Prigoschin verdient am Mittagessen Ihres Kindes»

Die kriminelle Vergangenheit Prigoschins, der laut «Bild» zu Sowjetzeiten rund zehn Jahre im Gefängnis sass, interessierte Putin nicht. Er habe Prigoschin vermehrt auch andere Aufgaben zugewiesen. So schloss die Regierung beispielsweise Catering-Verträge mit Prigoschin ab. Gut eineinhalb Milliarden Euro bekomme er dafür.

Weiter beliefere er die russische Armee und warte Militäranlagen. Zudem bereite er das Essen für Moskauer Schulen zu. «Wenn Ihr Kind in Moskau zur Schule geht, sollten Sie wissen, dass Prigoschin mit jedem Mittagessen für Ihr Kind bares Geld verdient», schreibt Nawalny im Blog.

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10. September 2016: Wladimir Putin zeigte sich bei den Feierlichkeiten zum Moskauer Stadtjubiläum.

10. September 2016: Wladimir Putin zeigte sich bei den Feierlichkeiten zum Moskauer Stadtjubiläum.

Screenshot Youtube
Plötzlich, oh, eine Gruppe attraktiver Bräute winkt ihm zu. Was? Ein Selfie? Aber ja, natürlich.

Plötzlich, oh, eine Gruppe attraktiver Bräute winkt ihm zu. Was? Ein Selfie? Aber ja, natürlich.

Screenshot Youtube
Der wachsame Beobachter wird es schon bemerkt haben: Sieben Bräute, aber kein einziger Bräutigam. Hm....

Der wachsame Beobachter wird es schon bemerkt haben: Sieben Bräute, aber kein einziger Bräutigam. Hm....

Screenshot Youtube

«Alle Pro-Putin-Kommentare kommen von Prigoschin»

Mittlerweile ist Prigoschin Milliarden schwer. Er besitzt einen Privatjet, eine Luxus-Yacht und mehrere edle Anwesen, unter anderem in einem Naturschutzgebiet am Schwarzen Meer, wie «Bild» weiter schreibt.

Doch Prigoschin wurde nicht nur reich, sondern hat auch viel Macht. Der ehemalige Koch sei mittlerweile Putins Ober-Troll und führe zwei Niederlassungen in Sankt Petersburg, schreibt Nawalny. Für den Blogger ist klar, dass alle Pro-Putin-Kommentare im Internet von dort kommen.

«Das ist das Geschäftsmodell: Geld mit Schulkindern und Soldaten verdienen und es für Putin-freundliche Kommentare ausgeben», so Nawalny.

«Obama ist ein Idiot»

Die russischen Troll-Fabriken haben schon mehrfach für Aufsehen gesorgt. So hat die ehemalige Angestellte Ljudmila Sawtschuk versucht, rechtlich gegen Internet Research vorzugehen. Bis jetzt erfolglos. Während ihrer Zeit bei der Firma habe sie das Internet mit Putin-freundlichen Kommentaren und manipulierten Bildern überflutet.

«Wir mussten sagen, dass Putin ein toller Kerl ist, dass die russische Opposition schlecht und Obama ein Idiot ist», so Sawtschuk zum «Telegraph».

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