Propaganda schlägt fehl: Putins Staats-TV verrät Standort von Monster-Mörser – Ukraine zerstört ihn
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Propaganda schlägt fehlPutins Staats-TV verrät Standort von Monster-Mörser – Ukraine zerstört ihn

Russland präsentiert im Staatsfernsehen die 2S4 Tjulpan. Ein Mörser, der auf dem Schlachtfeld in der Ostukraine durchschlagenden Erfolg bringen soll. Doch der Schuss geht nach hinten los.

Ein von der Ukraine veröffentlichtes Video zeigt die Zerstörung des Mörsers.

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Darum gehts

Die 2S4 Tjulpan (Tulpe) ist der grösste aktive Mörser der Welt. Er feuert Granaten auf eine Entfernung von bis zu 20 Kilometern ab und kann sogar mit Atomsprengköpfen bestückt werden. Russland scheint so stolz auf seine Wunderwaffe zu sein, dass ein Journalist von Putins Staats-TV in der Ostukraine eine Reportage über das 28-Tonnen-Ungetüm gedreht hat. Dieser Beitrag ging jedoch nach hinten los, denn auch die Ukrainer haben die TV-Reportage aufmerksam mitverfolgt und damit den Standort des Mörsers ausfindig gemacht. Das riesige Geschoss ist einen Tag nach dem TV-Beitrag von der ukrainischen Armee vernichtet worden. 

Aufnahmen zeigen, wie die 2S4 Tjulpan in einem Hangar in der Ortschaft Rubischne lagert. Kaum rollt der Mörser auf das offene Gelände, wird er von ukrainischer Artillerie getroffen. Der Mörser fängt Feuer, das schliesslich auf die in ihm eingelagerte Munition übergreift. Dann folgt eine heftige Explosion. Die 2S4 Tjulpan fliegt in die Luft. 

Die ukrainischen Streitkräfte haben ein Video veröffentlicht, das die Zerstörung des Mörsers zeigt. Ausfindig gemacht wurde er offenbar durch Drohnenaufklärung

Selenski wirft Russland blinde Zerstörungswut vor

Drei Monate nach Beginn der russischen Invasion in die Ukraine hat Präsident Wolodimir Selenski den Angriffstruppen blinde Zerstörungswut vorgeworfen. Russland führe einen «totalen Krieg» gegen sein Land, erklärte der ukrainische Präsident am Montagabend in seiner Videoansprache ans Volk. Moskau gehe es darum, so viele Menschen in der Ukraine zu töten und so viel Infrastruktur zu zerstören wie nur möglich.

Seit Beginn ihres Angriffskriegs am 24. Februar habe die russische Armee 1474 Raketenangriffe auf sein Land ausgeführt und dabei 2275 verschiedene Raketen eingesetzt. Zumeist seien zivile Ziele getroffen worden. In diesem Zeitraum habe Russland mehr als 3000 Luftangriffe geflogen.

Eine Attacke auf die 55 Kilometer nördlich von Kiew gelegene Stadt Desna habe 87 Tote zur Folge gehabt, ergänzte Selenski. «Tatsächlich hat es einen solchen Krieg auf dem europäischen Kontinent seit 77 Jahren nicht mehr gegeben.» 

Beschäftigt dich oder jemanden, den du kennst, der Krieg in der Ukraine?

Hier findest du Hilfe für dich und andere:

Fragen und Antworten zum Krieg in der Ukraine (Staatssekretariat für Migration)

Kriegsangst?, Tipps von Pro Juventute

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Anmeldung und Infos für Gastfamilien:

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(DPA/job)

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