Angriff auf Mariupol-Stahlwerk: Haben Putins Truppen Phosphorbomben mit ESC-Hilferuf beschriftet?
Aktualisiert

Angriff auf Mariupol-StahlwerkHaben Putins Truppen Phosphorbomben mit ESC-Hilferuf beschriftet?

Nach dem Sieg der Ukraine am ESC  bombardiert Russland das Stahlwerk in Mariupol weiter. Dabei sollen international geächtete Phosphorbomben zum Einsatz gekommen sein.

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Die Bomben sollen von den russischen Truppen mit «Help Mariupol» beschriftet worden sein.

Die Bomben sollen von den russischen Truppen mit «Help Mariupol» beschriftet worden sein.

Screenshot/Telegram
Der Sänger der beim ESC siegreichen Band Kalusha Orchestra hatte auf der Bühne in Turin diese Worte in einem Appell gesagt.

Der Sänger der beim ESC siegreichen Band Kalusha Orchestra hatte auf der Bühne in Turin diese Worte in einem Appell gesagt.

AFP
In Hasskommentaren war zu lesen, die Phosphorbomben seien der russische Gruss zum ESC-Sieg.

In Hasskommentaren war zu lesen, die Phosphorbomben seien der russische Gruss zum ESC-Sieg.

Screenshot/Telegram

Darum gehts

  • Russland wird beschuldigt, das Stahlwerk in Mariupol mit Phosphorbomben angegriffen zu haben.

  • Dabei sollen die Bomben mit «Help Mariupol – Help Azovstal right now» beschriftet worden sein.

  • Der Sänger der beim ESC siegreichen Band Kalusha Orchestra hatte auf der Bühne in Turin diese Worte in einem Appell gesagt.

Russland hat das Asow-Stahlwerk in der Hafenstadt Mariupol nach ukrainischen Angaben mit Phosphorbomben beschossen. «Die Hölle ist auf die Erde gekommen. Zu Azovstal», schrieb der Mariupoler Stadtratsabgeordnete Petro Andrjuschtschenko am Sonntag im Nachrichtenkanal Telegram. Solche Brandbomben entzünden sich durch Kontakt mit Sauerstoff und richten verheerende Schäden an. Ihr Einsatz ist verboten. Andrjuschtschenko veröffentlichte dazu ein Video mit Luftaufnahmen, auf denen ein Feuerregen zu sehen ist, der auf das Stahlwerk niedergeht. Auf den zunächst nicht überprüfbaren Aufnahmen unklarer Herkunft war zudem Artilleriebeschuss der Industriezone zu sehen.

Die Bomben sollen mit «Help Mariupol» beschriftet worden sein

Andrjuschtschenko veröffentlichte zudem Bilder, die Aufschriften auf Bomben zeigen. Demnach soll das russische Militär damit auf den Sieg der Ukraine beim Eurovision Song Contest (ESC) reagiert haben. Es war zunächst nicht klar, woher diese Fotos stammten. Auf den mutmasslichen Bomben war demnach auf Russisch zu lesen: «Kalusha, wie gewünscht! Auf Azovstal» und auf Englisch «Help Mariupol – Help Azovstal right now» (auf Deutsch: Helft Mariupol – helft Azovstal sofort) mit dem Datum 14. Mai. Der Sänger der beim ESC siegreichen Band Kalusha Orchestra hatte auf der Bühne in Turin diese Worte in einem Appell gesagt.

Oleh Psiuk, Gründer und Sänger des Kalush Orchestra, macht am ESC einen politischen Aufruf.

20min

In Hasskommentaren war zu lesen, die Phosphorbomben seien der russische Gruss zum ESC-Sieg. Russische Medien berichteten in der Nacht zum Sonntag zwar von dem Sieg, anders als in den Vorjahren durfte das Staatsfernsehen die Show aber nicht zeigen. Russland ist wegen des Angriffskrieges auf die Ukraine vom ESC ausgeschlossen.

In dem Stahlwerk haben sich nach ukrainischen Angaben rund 1000 Verteidiger von Mariupol verschanzt. Sie lehnen russische Aufforderungen ab, sich zu ergeben. In den russischen Hasskommentaren war mit Blick auf den Beschuss des Stahlwerks auch zu lesen, die Kämpfer hätten nun genug Zeit gehabt, aus der Industriezone herauszukommen. Die ukrainische Regierung hatte erklärt, alles für die Rettung der Verteidiger von Mariupol zu tun. 

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(DPA/job)

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