Russische Invasion – Putins «Vater aller Bomben» ist auf dem Weg in die Ukraine

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Russische InvasionPutins «Vater aller Bomben» ist auf dem Weg in die Ukraine

Russland hat offenbar einen Raketenwerfer des Typs TOS-1 in Richtung der Ukraine losgeschickt. Das mobile System kann mit seinen Geschossen grosse Flächen komplett zerstören.

von
Benedikt Hollenstein
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Ein Mehrfach-Raketenwerfer des Typs TOS-1 Buratino soll auf dem Weg in die Ukraine sein.

Ein Mehrfach-Raketenwerfer des Typs TOS-1 Buratino soll auf dem Weg in die Ukraine sein.

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Der mobile Raketenwerfer kann mit Brandladungen oder Vakuumbomben bestückt werden.

Der mobile Raketenwerfer kann mit Brandladungen oder Vakuumbomben bestückt werden.

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Es wird befürchtet, dass der «Vater aller Bomben» vor allem in städtischen Gebieten grosse Zerstörung anrichten könnte.

Es wird befürchtet, dass der «Vater aller Bomben» vor allem in städtischen Gebieten grosse Zerstörung anrichten könnte.

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Darum gehts

  • Gemäss einem CNN-Reporter ist ein russischer Raketenwerfer unterwegs in die Ukraine. 

  • Das TOS-1-System ist mit den stärksten nicht-nuklearen russischen Raketen bestückt.

  • Durch seine Vakuum-Wirkung könnte der «Vater aller Bomben» vor allem in Städten wie Kiew verheerende Schäden anrichten.

Der CNN-Reporter Frederik Pleitgen teilte am Samstagmittag auf Twitter ein Video, das einen russischen Militärlaster mit einem TOS-1 Buratino auf der Ladefläche zeigt. Das Video hat er seinen Angaben zufolge im Süden der Stadt Belgorod aufgenommen, etwa zehn Kilometer vor der ukrainischen Grenze.

Der TOS-1 Buratino ist eine mobile Raketenartillerie, die Ziele auf grosse Entfernung mit treibstoffbeladenen Raketen beschiessen kann. Die Flugkörper können entweder mit klassischen Brandladungen oder mit einem thermobarischen Sprengkopf ausgerüstet werden. Thermobarische Sprengköpfe, auch als Vakuumbomben oder Druckluftbomben bekannt, richten grossen Schaden an, indem sie mit einer ersten Detonation den Brennstoff fein in der Luft verteilen. Mit der zweiten Sprengladung entzündet sich das Gemisch. Dadurch entsteht erst eine Druckwelle, auf die unmittelbar ein Vakuum folgt.

Erstickungstod als häufige Folge

Durch die Druckwelle und die grosse Hitze kann eine Rakete eines TOS-1 im Umkreis von 150 bis 300 Metern praktisch alles zerfetzen, viele Opfer ersticken, weil der Unterdruck zu einer plötzlichen Expansion der Luft in der Lunge führt. Da der Brennstoff zuerst in der Luft verteilt wird, können mit der Waffe auch Personen angegriffen werden, die sich in Bunkern oder anderen befestigten Anlagen verschanzt halten. Diese Eigenschaft macht den Raketenwerfer besonders in Stadtgebieten unheimlich gefährlich. Ein Video zeigt die schiere Zerstörungskraft der mobilen Waffen.

Der TOS-1 verschiesst die stärksten nicht-atomaren Geschosse, über die die russischen Streitkräfte verfügen, und wird auch «Vater aller Bomben» genannt. Laut britischen Medien geht in westlichen Staaten tatsächlich die Sorge um, dass Wladimir Putin diese Waffe nun auch für die Invasion der Ukraine einsetzen könnte, vielleicht sogar zur Eroberung von Kiew. Seit Beginn der Invasion ist die Hauptstadt zum wichtigsten Kriegsschauplatz geworden, Putins Ziel ist gemäss «Focus» offensichtlich deren Einnahme und die Entmachtung der ukrainischen Regierung unter Präsident Selenski. 

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