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Putschversuch bei Saurer sorgt für Kurssprung

Putschversuch bei Saurer: Die britische Investmentgesellschaft Laxey will im Verwaltungsrat das Sagen haben. An einer ausserordentlichen Generalversammlung will Laxey nicht genehme Mitglieder abwählen und durch Leute ihrer Wahl ersetzen.

Laxey will eine strategische Kontrolle von Saurer via Verwaltungsrat. Eine Übernahme, wie spekuliert worden war, sei nicht das Ziel, sagte Laxey-Vertreter Roger Bühler am Dienstag an einer Medienkonferenz. Die britische Gesellschaft hält aktuell 25,9 Prozent am Arboner Textilmaschinenhersteller und Autozulieferer.

Angriff auf Verwaltungsrat

Nachdem Laxey bereits im Mai an der ordentlichen Generalversammlung ihren Chef Preston Rabl gegen den Willen des bestehenden Gremiums in den Verwaltungsrat eingeschleust hatte, verlangt Laxey nun die Zuwahl von fünf weiteren Vertretern ihrer Wahl. Vier derzeitige Mitglieder sollen abgesetzt werden.

An der geforderten ausserordentlichen Generalversammlung stellt Laxey Martin Messner, Cornel Riklin, Urs Schenker, Hans Ziegler sowie den Briten Paul Withers auf. Die vorgeschlagenen neuen Mitglieder sehen sich als unabhängige Vertreter.

Vom bisherigen Verwaltungsrat sind neben dem eigenen Vertreter Rabl nur Konzernchef Heinrich Fischer, Hans-Georg Härter und Heinz Bachmann genehm. Sie sollen wiedergewählt werden. Den Sessel räumen sollen hingegen VR-Präsident Giorgio Behr, Ulrich Schmidt sowie Alexis Fries und Günther Schuh.

Scharfe Kritik

Das Aufsichtsgremium habe keine unabhängige Strategieprüfung durchführen lassen, kritisierte Laxey. Über die erwünschte strategische Stossrichtung schwiegen sich Bühler und die vorgeschlagenen Verwaltungsräte am Dienstag aus.

Bühler kritisierte «elementare Mängel» in der Corporate Governance. So habe ausser der konstituierenden Sitzung im Anschluss an die ordentliche Generalversammlung bislang keine Verwaltungsratssitzung stattgefunden.

Saurer teilte am Dienstag mit, falls Laxey einen Antrag auf Einberufung einer ausserordentlichen Generalversammlung stelle, werde diese vom Verwaltungsrat fristgerecht einberufen.

Sauer schweigt

Keine Stellung nahm Saurer zur Kritik seines Grossaktionärs. Gegenüber den Aktionären werde man im Zusammenhang mit der Generalversammlung zu den Vorschlägen und den Vorhaltungen von Laxey Stellung nehmen, teilte das Unternehmen mit.

Die Gewerkschaft Unia befürchtet in einer Reaktion, dass Saurer zum Spekulationsobjekt verkommt und die industriellen Arbeitsplätze durch den Machtkampf gefährdet sind.

Laxey ging schon vor der GV im Mai auf Konfrontationskurs. Die Briten forderten eine Sonderausschüttung von 140 Mio. Franken, was aus Sicht des Managements den strategischen Spielraum eingeschränkt hätte. Laxey zog das Begehren schliesslich zurück.

An der Börse erfuhr die Saurer-Aktie ein kurzzeitiges Kursfeuerwerk. Nachdem Spekulationen über Übernahmepläne dementiert wurden, platzte die Spekulationsblase. Der Titel legte bis am Nachmittag auf ein Plus von noch 1,4 Prozent auf 96.30 Fr. zu. (sda)

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