Putzauftrag für 60 Millionen Euro
Aktualisiert

Putzauftrag für 60 Millionen Euro

Betrug bei EU-Kommission? Die belgische Justiz hat Ermittlungen wegen möglicher Scheinverträge zwischen EU-Institutionen und einer Putzfirma aufgenommen.

Kommissionssprecher Max Strotmann erklärte am Montag, die EU-Betrugsbekämpfungsbehörde OLAF habe eine interne Untersuchung eingeleitet. Die Höhe des entstandenen Schadens sei noch unklar, auch sei nicht sicher, ob die möglichen Schuldigen in der Kommission selbst oder bei der Reinigungsfirma zu suchen seien.

Der Vertrag mit der Putzfirma mit einer Laufzeit von fünf Jahren habe einen Umfang von knapp 40 Millionen Euro, erklärte Strotmann. Eine belgische Zeitung hatte berichtet, die Firma habe gar einen Auftrag im Wert von 60 Millionen Euro für vier Jahre erhalten.

Erst im März waren wegen Unregelmässigkeiten bei der Vergabe von Wartungsaufträgen für Auslandsvertretungen der Brüsseler Behörde ein Kommissionsbeamter, ein Mitarbeiter des EU-Parlaments und ein Geschäftsmann festgenommen worden. EU-Kommissionssprecherin Pia Ahrenkilde Hansen erklärte, die Behörde verfolge eine «Null-Toleranz-Politik» gegen Betrug und Korruption. Kommissionspräsident José Manuel Barroso sei «entschlossen, das Geld der Steuerzahler zu schützen». (dapd)

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