Kanton Luzern: Putzfrau staubt Schmuck für 156'000 Franken ab
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Kanton LuzernPutzfrau staubt Schmuck für 156'000 Franken ab

Eine Putzfrau hat laut Anklage Schmuck im Wert von 156'000 Franken gestohlen. Sie wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten verurteilt.

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bus/sda
Das Kriminalgericht in Luzern hat eine diebische Putzfrau zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten verurteilt.

Das Kriminalgericht in Luzern hat eine diebische Putzfrau zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten verurteilt.

20 Minuten

Im Kanton Luzern ist eine Putzfrau wegen mehrfachen Diebstahls zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten verurteilt worden. Laut Anklage hatte die Angestellte einer Reinigungsfirma bei Kundinnen Schmuck wie Perlen und Rubine im Wert von total 156'000 Franken gestohlen. Die Staatsanwaltschaft hatte mit 24 Monaten eine leicht höhere Strafe gefordert.

Beschuldigte streitet ab

Laut Anklage wurden die Diebstähle zwischen August 2011 und März 2012 begangen. Betroffen waren fünf Kundinnen der Reinigungsfirma. Das gestern veröffentlichte Urteil des Luzerner Kriminalgerichts ist noch nicht rechtskräftig.

Neben der auf zwei Jahre auf Bewährung ausgesprochenen Freiheitsstrafe muss die 50-jährige Schweizerin 8500 Franken Gerichtskosten bezahlen. Die Frau, die im Kanton Obwalden lebt, hat die Vorwürfe bestritten.

Keine endgültige Sicherheit

Lilian Kellenberger weiss, wie man sich gegen klauende Putzfrauen wappnen kann. Sie ist Geschäftsführerin der grössten Raumpflege-Agentur der Schweiz, putzfrau.ch. Obwohl die Agentur mit rund 1700 Putzkräften in allen Kantonen bis auf das Tessin tätig ist, seien Diebstähle bei ihnen ganz selten. «Unsere Raumpflegerinnen sind auf diese Arbeit angewiesen», sagt Kellenberger. «Für so einen Leichtsinn würden sie diesen Job nicht riskieren. Auch checken wir bei jeder Putzfrau den Leumund, bevor wir sie einstellen.»

Natürlich sei es trotzdem nicht möglich, sich endgültig vor einem Diebstahl zu schützen. «Doch in den meisten Fällen werden Putzfrauen zu Unrecht verdächtigt. Zum Beispiel, wenn ein Gegenstand verschwindet, aber nach einer Woche wieder auftaucht, weil die Kunden ihn verlegt haben.»

Videoüberwachung ist erlaubt

Falls aber dennoch etwas nicht mehr auftaucht, solle man mit der Agentur Kontakt aufnehmen, bevor man zur Polizei gehe. «Dann suchen wir das Gespräch mit der Putzfrau. Und sollte es sich wirklich als Diebstahl entpuppen, gibt das eine fristlose Kündigung», sagt Kellenberger.

Weiter ist in der Schweiz die Überwachung von Putzkräften mit Kameras erlaubt. «Das muss der Kunde der Putzfrau auch nicht mitteilen», sagt Kellenberger, «wir klären unsere Damen in unserer Putzfrauen-Akademie darüber auf, dass die Videoüberwachung legitim ist. Das gilt aber nur für Privathaushalte.» (bus/sda/sda)

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