Zürich: Putzfrauen in Zürich – gefragt und immer flexibler
Aktualisiert

ZürichPutzfrauen in Zürich – gefragt und immer flexibler

Sie sind Gärtnerin, Hundesitterin sowie Waschfrau in einem: Putzfrauen sind gefragter denn je und kümmern sich immer mehr um den Zürcher Haushalt.

von
Regina Ryser

Der Küchenboden ist total verschmutzt und der Kühlschrank lebt: höchste Zeit zum Saubermachen. Immer mehr Zürcher bringen ihren Haushalt nicht selbst in Schuss, sondern engagieren eine Putzfrau. «Seit Januar haben wir 20 Prozent mehr Aufträge», sagt Leander Schüpfer, Geschäftsleiter von Putzfrauenvermittlung.ch. Deshalb musste er den Personalbestand seit Anfang Jahr um 50 Prozent auf 250 Mitarbeiterinnen aufstocken.

Doch die Zürcher Putzfrauen bringen nicht mehr nur die Wohnung auf Hochglanz. Schüpfer: «Sie erledigen immer mehr Nebenarbeiten für Familien, Rentner, aber auch für Konkubinatspaare.» Dazu gehören etwa Einkaufen, Blumengiessen, Hunde Gassi führen, Katzen füttern und Wäsche bügeln.

Diesen Trend stellt auch Ursi Montico, Geschäftsführerin von Putztüüfeli, fest. «Vor allem junge berufstätige Paare nutzen unser Angebot, weil sie ihre Freizeit nicht mit Putzen verbringen möchten.» Die Finanzkrise spüren die Putzunternehmen nicht. Leander Schüpfer: «Unsere Auftragslage ist trotz der abkühlenden Wirtschaft stabil.»

Weniger Schwarzarbeit

In Zürich gibt es heuer offiziell viermal so viele Putz­frauen und Gärtner: Von Januar bis Oktober haben sich 8600 Personen bei der Sozialver­sicherungsanstalt des Kantons Zürich (SVA) angemeldet – im Vorjahr waren es in der gleichen Zeit 2326 Anmeldun­-gen gewesen. Die Steigerung ist laut SVA-Sprecherin Ale­xandra Wenger auf das seit 1. Januar geltende Bundesgesetz gegen Schwarzarbeit zurück­zuführen. Privathaushalte können ihre Putzfee neuerdings mit nur einem Formular an­melden.

Deine Meinung