Aktualisiert 20.01.2016 07:37

Rüpelhafte Fahrer

PW abgedrängt – war es eine WEF-Limousine?

Auf der Rheintal-Autobahn wurde ein Fiat von einer Limousine abgedrängt. Einiges deutet darauf hin, dass es sich um ein WEF-Fahrzeug gehandelt haben könnte.

von
mlü

Ein 33-jähriger Autofahrer prallte am Montag auf der A13 bei Widnau gegen einen Bus. Laut seinen Aussagen war bei der Autobahneinfahrt eine Limousine direkt vom Beschleunigungsstreifen auf die Überholspur gefahren und hatte ihn abdrängt.

Seit Montag fliegen die ersten WEF-Gäste in Altenrhein ein und werden von Limousinen nach Davos gebracht. Zwischenfälle mit Limousinen seien während des WEF keine Seltenheit: «Es ist unglaublich, was sich diese Chauffeure erlauben», sagt der LKW-Fahrer einer Ostschweizer Transportfirma. Vor allem die Strecke vom Flughafen Altenrhein ins Rheintal sei extrem. «Man wird immer wieder von Limousinen, meistens BMWs, Audis und Mercedes, mit überhöhter Geschwindigkeit überholt und bedrängt», sagt der 58-Jährige.

Auch letztes Jahr fielen WEF-Chauffeure negativ auf, wie damals ein Leser-Reporter berichtete. Gleich mehrere Fahrer hätten mit Lichthupe und aggressiver Fahrweise auf der Autobahn gedrängelt..

Sicherheit steht an oberster Stelle

Für Marc Fischer, Geschäftsführer der Fischer Limousine AG in Zürich, ist ein solches Verhalten verantwortungslos: «Unsere Chauffeure müssen sich wie alle Autofahrer an die Verkehrsregeln halten.» Die Sicherheit stehe an oberster Stelle. «Auch wenn der Gast drängt, darf der Chauffeur nicht schneller fahren als erlaubt», sagt Fischer.

Bei VIP Driver aus Dällikon ZH gelten dieselben Spielregeln. «Unsere Fahrer werden mit GPS-Sendern überwacht, wir sehen immer, wie schnell sie fahren», sagt Dominik Hunziker, Inhaber von VIP Driver. Er betont, dass es in jedem Business schwarze Schafe gebe. «Solche Chauffeure, die andere Verkehrsteilnehmer gefährden, machen uns unser Business kaputt», sagt Hunziker.

Ferienverbot für Polizisten

Den Ausnahmezustand während des WEF in Davos merkt auch die Kantonspolizei St. Gallen. «Häufig begleiten wir Autokonvois auf der Autobahn», sagt Polizeisprecher Hanspeter Krüsi. Auch würden Polizisten als Fahrer eingesetzt, aber nur dann, wenn der Transport vom Staat angeordnet wurde. «Sollte ein WEF-Chauffeur gegen die Verkehrsregeln verstossen, wird er wie jeder andere Verkehrsteilnehmer gebüsst», sagt Krüsi.

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