Aktualisiert 19.03.2015 12:12

Sonnenwendfeier«Pyro-Battle» mit 10 Tonnen Feuerwerk

Oensingen im Ausnahmezustand: Zur Sonnenwendfeier am Wochenende bekämpfen sich zwei rivalisierende Gruppen mit Feuerwerk.

von
meo
Freiwillige Helfer des Vogelherdclubs richten eine Feuerwerk-Abschussanlage ein.

Freiwillige Helfer des Vogelherdclubs richten eine Feuerwerk-Abschussanlage ein.

Alle drei Jahre wird Oensingen zum Mekka für Pyro-Liebhaber: Dann wird vor den Toren des Jurasüdfusses das grösste Feuerwerkspektakel der Schweiz gezündet. «Rund 10 Tonnen Explosivmasse werden heuer in die Luft gejagt», sagt Hans Schnider, OK-Mitglied der Sonnenwendfeier. Dafür seien in den letzten Tagen gegen 8000 Abschussrohre in Stellung gebracht worden. «Die grössten Raketen haben einen Durchmesser von 40 Zentimetern und steigen rund einen halben Kilometer in die Höhe», sagt Pyrotechniker Schnider.

Vogelherdclub vs. Ravellenclub

Neben seiner Aufgabe im Organisationskomitee ist der 54-Jährige auch Präsident des Vogelherdclubs. Dessen Gegener ist der Ravellen-Club. Zur Sonnenwendfeier bekämpfen sich die beiden Gruppen mit Raketen, Feuerwerks-Batterien und Spezialeffekten. Aus diesem Krieg der Böller wird das grösste Feuerwerk der Schweiz. «Jeder Club will das schönere und grössere Spektakel bieten. Deshalb sind die Vorbereitungen jeweils streng geheim», sagt Schnider. Sogar bei den Feuerwerks-Herstellern gehe man verschiedene Wege. «Wir bestellen jeweils bei Hamberger im Berner Oberland, während der Ravellen-Club auf Bugano aus dem Luzernischen setzt», so der Produktionsleiter und Familienvater.

Einstündige Pyro-Show

Rund 30 Leute pro Verein sind während einer Woche mit dem Aufbau der Abschussanlagen beschäftigt. Dazu kommen gegen 800 freiwillige Helfer für das grosse Fest im Dorf. Die Kosten für das explosive Spektakel in der Luft sind ebenfalls ein gut gehütetes Geheimnis: «Über Zahlen reden wir nicht», so Schnider. Aber ohne Gönner, Sponsoren und Ticketeinnahmen gehe es natürlich nicht. Rund 50'000 Zuschauer werden am Samstagabend zur einstündigen Pyro-Show erwartet – 15'000 davon an bezahlpflichtigen Hotspots. «Es haben uns sogar Feuerwerk-Liebhaber aus Holland und England ihr Kommen zugesichert», sagt Schnider.

Damit am Samstag alles sicher und reibungslos klappt, sind auch die Blaulichtorganisationen sowie externe Feuerwerksexperten im OK. Zudem werden Böller und Abschusseinrichtungen rund um die Uhr bewacht.

Heidnischer Brauch

Die Oensinger Sonnenwendfeier gibt es seit dem Ende des ersten Weltkrieges. Am ursprünglich heidnischen Brauch wurden damals sogenannte Fasnachtsfeuer gezündet. Doch bereits in den 1920er Jahren stiegen die ersten Feuerwerksraketen in den Nachthimmel, um die eigene Stärke zu beweisen.

Neben dem Feuerspektakel am Himmel brennen auch dieses Wochenende zur Sonnenwendfeier über hundert Höhenfeuer in der Region.

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