FCL-FCSG: Pyrowerfer muss neun Monate ins Gefängnis
Publiziert

FCL-FCSGPyrowerfer muss neun Monate ins Gefängnis

Vier pyrotechnische Gegenstände hatte ein FCSG-Fan 2016 in der Swissporarena aufs Spielfeld geworfen. Dafür muss er nun ins Gefängnis.

von
gwa
1 / 8
Vier pyrotechnische Gegenstände hatte ein Fan des FC St.Gallen im Februar 2016 bei einem Fussballspiel zwischen dem FCL und dem FCSG in der Luzerner Swissporarena aufs Spielfeld geworfen (Bild).

Vier pyrotechnische Gegenstände hatte ein Fan des FC St.Gallen im Februar 2016 bei einem Fussballspiel zwischen dem FCL und dem FCSG in der Luzerner Swissporarena aufs Spielfeld geworfen (Bild).

Keystone/Urs Flueeler
Bei der Partie damals wurde ein Matchbesucher am Gehör verletzt.

Bei der Partie damals wurde ein Matchbesucher am Gehör verletzt.

Keystone/Urs Flueeler
Das Bundesstrafgericht (Bild) verurteilte den Mann nun zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten, davon neun Monate bedingt.

Das Bundesstrafgericht (Bild) verurteilte den Mann nun zu einer Freiheitsstrafe von 30 Monaten, davon neun Monate bedingt.

Samuel Golay

Ein damals 22-jähriger Fan des FC St.Gallen hatte im Februar 2016 bei einem Spiel zwischen dem FCL und dem FCSG vier pyrotechnische Gegenstände aufs Spielfeld geworfen. Die Luzerner Polizei konnte den Mann nach der Partie anhand von Videoaufnahmen von Überwachungskameras ermitteln. Ein Matchbesucher erlitt damals durch den Knall eines sogenannten Kreiselblitzes einen bleibenden Gehörschaden.

Nun hat das Bundesstrafgericht den Mann zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Das Vorgehen des Mannes war laut den Bundesstrafrichtern «verwerflich» und «hinterhältig». «Letztlich blieb es rein zufällig bei bloss einer tatsächlich verletzten Person», werden die Bundesstrafrichter in der «Luzerner Zeitung» zitiert.

Freiheitsstrafe nur in der Freizeit?

Die Bundestrafrichter sprachen eine Freiheitsstrafe von 30 Monaten aus, davon neun Monate unbedingt. Da die unbedingte Freiheitsstrafe kürzer als ein Jahr ist, könnte der Verurteilte Halbgefangenschaft beantragen. So könne er «grundsätzlich weiterhin am Erwerbsleben teilnehmen». Wird dieses Gesuch bewilligt, könnte er das Gefängnis für die Arbeit verlassen – seine Freizeit müsste er jedoch hinter Gittern verbringen.

In einem früheren Urteil wurde der Pyrowerfer gar zu 36 Monaten verurteilt, die Hälfte davon unbedingt. Der Ostschweizer habe sich damit der mehrfachen Gefährdung durch Sprengstoffe in verbrecherischer Absicht schuldig gemacht, hiess es damals. Die Verteidigerin des Pyrowerfers legte jedoch beim Bundesgericht eine Beschwerde ein und war damit teilweise erfolgreich, so die «LZ». Das Strafmass wurde in der Folge von 36 auf 30 Monate reduziert.

Verurteilter einigte sich mit verletztem Matchbesucher

Der Pyrowerfer wandte sich danach an die Berufungskammer des Bundesstrafgerichts. Dort beantragte er eine bedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten. Das Bundesstrafgericht hält jedoch die Strafe von 30 Monaten für angemessen. Die Bundesrichter reduzierten hingegen den unbedingten Teil der Strafe von zwölf auf neun Monate. Dies auch, weil sich der Verurteilte mit dem hörgeschädigten Matchbesucher einigen konnte. «Der Beschuldigte hat sich um die Wiedergutmachung des von ihm verursachten Schadens bemüht», so die Berufungskammer.

Der Entscheid kann noch ans Bundesgericht weitergezogen werden.

Deine Meinung