Finanzieller Sinkflug: Qantas storniert Boeing-Bestellungen

Aktualisiert

Finanzieller SinkflugQantas storniert Boeing-Bestellungen

Australiens grösste Fluggesellschaft Qantas hat für das laufende Jahr einen riesigen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Als Folge davon annulliert sie 35 Boeing -Bestellungen.

Im vorhergehenden Jahr verbuchte Quantas noch einen Gewinn.

Im vorhergehenden Jahr verbuchte Quantas noch einen Gewinn.

Als Reaktion auf das erste verlustreiche Geschäftsjahr seit ihrer Privatisierung vor rund 20 Jahren hat die australische Fluggesellschaft Qantas beim US-Flugzeughersteller Boeing 35 Bestellungen annulliert.

Es handle sich um Maschinen vom Typ 787, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Weitere 15 bestellte Flugzeuge des Typs sollen demnach aber wie geplant angeschafft werden. Laut Listenpreisen wird damit ein Auftrag im Wert von 8,5 Mrd. Dollar storniert.

Die Boeing 787 sei zwar ein exzellentes Flugzeug und bleibe auch weiterhin ein wichtiger Teil der Zukunft von Qantas, sagte Qantas-Geschäftsführer Alan Joyce. «Aber die Umstände haben sich seit unserer vor etlichen Jahren aufgegebenen Bestellung erheblich geändert», sagte er. Daher sei es lebensnotwendig, das Kapital in allen Konzernbereichen umsichtig zu verteilen.

Hohe Kerosinkosten

Der Jahresverlust im Geschäftsjahr bis zum 30. Juni betrug den Angaben zufolge 244 Mio. australische Dollar. Im vorigen Geschäftsjahr hatte Qantas noch einen Gewinn in etwa dieser Höhe verbucht.

Für den Verlust machte das Unternehmen vor allem einen schwachen Kurs der Landeswährung, hohe Kerosinkosten und heftige Lohnstreitigkeiten mit den Gewerkschaften verantwortlich.

Allein die Kerosinkosten hätten im laufenden Geschäftsjahr bis Ende Juni mit 4,3 Mrd. australischen Dollar zu Buche geschlagen, teilte Qantas weiter mit. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Erhöhung um 18 Prozent.

Der Arbeitskampf habe die Fluglinie zudem 194 Mio. australische Dollar gekostet. In deren Verlauf hatte die gesamte Qantas-Flotte im Oktober 2011 wegen eines Streiks für knapp zwei Tage am Boden bleiben müssen. Die Krise bei den internationalen Geschäften sorgte den Angaben zufolge für einen Verlust von 450 Mio. australischen Dollar.

(sda/dapd)

Deine Meinung