Australien: Qantas überprüft Sauerstoffflaschen
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Nach der Notlandung eines Qantas-Jumbojets auf den Philippinen untersuchen australische Ermittler, ob im Frachtraum ein Sauerstoffbehälter explodiert ist. Eine Bombe scheints nicht gewesen zu sein.

In der Boeing 747-400 mit mehr als 300 Passagieren an Bord klaffte am Freitag in 12 000 Meter Höhe plötzlich ein Loch im Rumpf. Qantas-Chef Geoff Dixon erklärte gestern, er sei entsetzt gewesen, als er Bilder von dem Loch gesehen habe.

Spezialisten der australischen Behörde für Verkehrssicherheit inspizierten die Boeing in Manila. Chefermittler Neville Blyth sagte heute, die Suche nach Bombenspuren sei negativ verlaufen.

Die Experten konzentrierten sich nun auf eine Sauerstoffflasche, die im Frachtraum fehle. Behördensprecher Peter Gibson sagte, eine umgehende Überprüfung sämtlicher Sauerstoffflaschen an Bord der 30 Qantas-Jumbojets sei angeordnet worden. Sie könne mehrere Tage dauern.

Passagiere des betroffenen Flugs hatten berichtet, dass die Sauerstoffmasken während des Zwischenfalls nicht richtig funktionierten. Einige Fluggäste seien fast ohnmächtig geworden, zum Teil hätten sich drei Personen eine Maske teilen müssen.

Der Passagier David Saunders sagte, ein Mann vor ihm habe die Deckenverkleidung eingeschlagen, um an seine Sauerstoffmaske zu gelangen. Kinder hätten geschrien. «Ihre Wangen und Lippen liefen aus Sauerstoffmangel blau an», sagte Saunders.

Die australische Fluggesellschaft wirbt mit ihren hohen Sicherheitsstandards. Zuletzt stürzte 1951 ein Kleinflugzeug der Qantas ab. Allerdings kritisierten Ingenieure der Fluggesellschaft, die Sicherheit werde durch zu niedrige Gehälter und zu viele Überstunden aufs Spiel gesetzt. (dapd)

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