Aktualisiert 21.03.2005 21:04

Queens of the Stone Age - «Lullabies to Paralyze»QOTSA rocken wieder die Welt

STONER ROCK – Mit sonorer Bassstimme beruhigt Mark Lanegan im Opener «This Lullaby» die Fans – Ex-Bassist Nick Oliveri schmort nach seinem Rausschmiss durch Josh Homme als einzige Königin in Kaliforniens Wüste.

Nach dem ruhigen Wiegenlied werden die Hörer mit «Medication» vollgedröhnt. «Is this the dose you've been dreaming of?» fragt der geniale Gitarrist, Songwriter und Polytoximane Homme.

Ist es. Durch den kurzen, aber heftigen Schuss Rock treibt man perfekt präpariert auf «Everybody Knows that You Are Insane» zu, ein erster Höhepunkt. Eingelullt von psychedelischen Gitarren und schleppendem Rhythmus bricht der erste Refrain über einen und reisst mit. Von nun an wird spielerisch gebremst, pausiert und beschleunigt.

Es zeigt sich, weshalb QOTSA als Retter der Rockmusik gelten. Denn das komplexe Verwirrspiel geht den Königinnen etwa in «Someone's in the Wolf» so locker von der Hand, als schrummelten sie ein simples 1-2-3-4-Riff. Auch das lösen sie mit «In My Head» oder der Single «Little Sister» äusserst cool. Die teilweise Rückbesinnung QOTSAs auf die repetitiv geraden Stoner-Rock-Wurzeln unterstreicht Drummer Joey Castillo mit viel Cowbell-Einsatz.

Der Nachfolger Dave Grohls macht seine Sache überzeugend wie auch der neue Gitarrist Troy van Leeuwen. Überraschend sind Hommes gereifte Gesangskünste. Ruhige Songs wie «I Never Came» oder «Long Slow Goodbye» hätte er wohl früher Lanegan abgetreten. Heute erzeugt er Hühnerhaut und lässt Oliveris Schrei-Eskapaden vergessen. Live wird man den Bass-Weirdo aber dennoch vermissen.

Olivier Joliat

Queens of the Stone Age «Lullabies to Paralyze», Interscope/Universal.

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