Qual-Bauer verliert seine Tiere
Aktualisiert

Qual-Bauer verliert seine Tiere

Ein Viehzüchter ohne Vieh: Das Bundesgericht hat entschieden, dass einem tierquälerischen Bauern aus dem Waadtland die Rinder wegzunehmen sind.

Es stützte damit eine Verfügung des kantonalen Veterinäramtes.

Zuerst hatten Waadtländer Tierschützer darauf aufmerksam gemacht, dass der betroffene Landwirt seine Tiere schlecht behandelt. Das kantonale Veterinäramt sah das ebenso.

Kadaver im Stall

Bei einer Kontrolle im April 2004 fanden die Behörden ein junges Rind tot auf, das den Kopf unter den Stangen seiner Box eingeklemmt hatte. Daneben lag eine tote Kuh, deren Maul bereits von einem Tier angefressen worden war. Fressensreste von einem Kalbskadaver lagen unter dem Stroh.

Bereits bei früheren Abklärungen hatte man festgestellt, dass Tiere elendiglich verendet waren aufgrund von Vernachlässigung und mangelnder Hygiene. Selbst nach der Auferlegung von Bussen und einer ultimativen Ermahnung änderte der Bauer sein Verhalten gegenüber seinen Tieren nicht.

Extreme Kaltherzigkeit

Das Bundesgericht stellte eine «extreme Kaltherzigkeit» beim Viehzüchter fest. Es stützte deshalb die Verfügung des Veterinäramtes, ihm die Tiere wegzunehmen. Dies auch dann, wenn er dadurch einen wichtigen Teil seines Einkommens verliert, das sich im Jahr 2002 auf 93 000 Franken belief. (Urteil 2A.33/2005 vom 24. Juni 2005)

(sda)

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