Kantonstierarzt greift ein: Qual-Tötungen in Fischfarm
Aktualisiert

Kantonstierarzt greift einQual-Tötungen in Fischfarm

Die Melander-Fischfarm ist die grösste Fischfabrik der Schweiz. Weil die Tiere aber auf qualvolle Weise sterben müssen, schreitet nun der Kantonstierarzt ein.

von
Urs-Peter Zwingli

Die Fische der Melander-Fischfarm fristen ihr Dasein in 560 engen Zuchtbecken – rund fünf Tonnen werden pro Woche produziert. Wenn sie ausgewachsen sind, werden die Warmwasserfische in zehn Grad kaltes Wasser geworfen. Danach werden sie während 15 Minuten in einer Trommel mit Eis zu Tode geschleudert. «Obwohl das kalte Wasser die Tiere unbeweglich macht, erleben sie diese Prozedur bei vollem Bewusstsein», sagt der St. Galler Kantonstierarzt Thomas Giger. Laut ihm verstösst der Betrieb damit gegen die Tierschutzverordnung: Diese schreibt vor, dass Zuchttiere bei ihrer Tötung betäubt sein müssen. Im kommenden Monat wird Giger deshalb die Fischfabrik inspizieren.

«Danach werde ich verfügen, dass der Produzent seine Tötungsmethode anpasst», so Giger. Besitzer der Farm ist der deutsche Unternehmer und Multimillionär Hans Raab, der den Betrieb im April 2008 einweihte. Wie Raab gegenüber dem «Tages-Anzeiger» sagte, besteht er auf seiner Tötungsart. «Die sollen mir zuerst eine bessere Methode zeigen», sagt Raab auf die Vorwürfe des Kantonstierarztes.

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