Untersuchung: Quallen sind nachweislich hirnlose Schlafmützen
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UntersuchungQuallen sind nachweislich hirnlose Schlafmützen

Wirbeltiere schlafen, Insekten auch. Nun zeigen Forscher: Auch Quallen ruhen. Und das, obwohl sie kein Gehirn haben.

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fee

So sieht es aus, wenn Quallen schlafen. (Video: Caltech)

Bisher gingen Schlafforscher davon aus, dass nur höhere Organismen die Fähigkeit zum Schlafen besitzen, unter anderem um Erinnerungen im Gedächtnis zu verankern und dem Körper die Möglichkeit zur Regeneration zu geben.

Doch offenbar haben auch Tiere ohne ein zentrales Gehirn einen Schlummerbedarf. Das berichten Forscher um Lea Goentoro vom California Institute of Technology im Fachjournal «Current Biology». In ihrer Studie hatten sie beobachten können, dass auch Quallen, die zu den urtümlichsten Tieren gehören und kein Gehirn besitzen, ein schlafartiges Verhalten zeigen.

Schlaf entwickelte sich viel früher als gedacht

Laut Goentoro und ihren Kollegen ist dies das erste Beispiel für Schlaf bei einem Organismus, der statt eines zentralen Nervensystems nur über ein diffuses Nervennetz verfügt. Das deute darauf hin, dass der Zustand bereits vor der Entwicklung eines zentralisierten Nervensystems vorkam.

Ausgangspunkt für diese Schlussfolgerung war die Beobachtung, dass Quallen der Art Cassiopea nachts ihren Körper deutlich weniger bewegen und zum Teil sogar ganz still stehen. Zudem reagieren sie viel langsamer auf äussere Reize. Und nicht nur das: Raubt man den Quallen die Nachtruhe, sind sie am Folgetag deutlich träger.

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