Aktualisiert 04.07.2014 09:19

Streit um Zürcher Tramlinie

Quartierbewohner knöpfen sich Stadtrat vor

Die umstrittene Verlegung der Tramlinie 2 in Zürich mobilisiert die Quartierbewohner: Über 600 Altstetter sagten dem Stadtrat ihre Meinung - die Stimmung war aufgeheizt.

von
rom

«Schnapsidee», «Unsinn» oder «unlogisch» - mit solchen, meist aber weniger harmlosen Wortmeldungen deckten über 600 Quartierbewohner von Zürich-Altstetten am Donnerstagabend im Spirgarten-Saal den Stadtrat ein. Dieser war gemäss «Tages-Anzeiger» gleich zu dritt erschienen, um sich der aufgebrachten Bevölkerung zu stellen. Grund ist die geplante Verlegung der Tramlinie 2. Künftig soll sie zwischen Lindenplatz und Farbhof über den Bahnhof Altstetten fahren, statt wie heute auf direktem Weg.

An Argumenten mangelte es den Leuten nicht: Ein ganzes Quartier, in dem in den letzten Jahren viel gebaut wurde, würde durch die neue Linienführung vom Tram abgeschnitten, hiess es. Für Kopfschütteln sorgten zudem die Projektkosten in der Höhe von rund 100 Millionen Franken. Weiter kritisierten viele, dass die Stadt damit primär den Pendlern zudiene, anstatt auf die Bedürfnisse der eigenen Bevölkerung einzugehen. Entsprechend ernteten der für die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) zuständige Stadtrat Andres Türler (FDP), Hochbauvorsteher André Odermatt (SP) und Tiefbauvorsteher Filippo Leutenegger (FDP) Buhrufe und Pfiffe. Auch die Spezialisten der SBB, VBZ und des Tiefbauamts bekamen den Unmut des Publikums zu spüren.

Lösungsvorschläge im Oktober

Gut angekommen ist dagegen die Idee des VCS Zürich. Dieser schlägt vor, die Tramlinie nicht zu verlegen und stattdessen die Altstetterstrasse zwischen Lindenplatz und Bahnhof Altstetten zu einer Fussgängerzone umzugestalten. Die vom Stadtrat eingesetzte Gruppe aus Quartiervertretern, Politikern, Gewerbe und Stadtverwaltung wird in den nächsten Wochen die Ideen aus der Dialog-Veranstaltung vom Donnerstagabend auswerten. Am 20. Oktober will die Stadt über die Lösungen informieren. Das endgültige Projekt soll im ersten Quartal 2015 präsentiert werden.

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