Luzern: Quartiervereine wollen SIP abschaffen

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LuzernQuartiervereine wollen SIP abschaffen

Quartiervereine klagen: Wegen der Polizeifusion seien die Quartierpolizisten seit Anfang Jahr weniger vor Ort unterwegs. Sie fordern die Auflösung der SIP zugunsten der Quartierpolizei.

von
Markus Fehlmann
Die Quartierpolizisten Günther Gwerder und Stephanie Luternauer. (mer)

Die Quartierpolizisten Günther Gwerder und Stephanie Luternauer. (mer)

«Seit der Fusion von Kantons- und Stadtpolizei Anfang Jahr sind die Quartierpolizisten weniger präsent», sagt Hugo Stadelmann, Präsident der Stadtluzerner Quartiervereine. Er sieht den Grund darin, dass die Polizisten vermehrt für andere Aufgaben eingesetzt werden. Dem widerspricht Ernst Röthlisberger von der Luzerner Polizei. «Die Quartierpolizisten sind jetzt gezielter und ausserdem neu auch nachts und am Wochenende unterwegs.» Dies könne aber dazu führen, dass die Bewohner sie weniger zu Gesicht bekämen.

Die Quartiervereine nehmen jetzt die umstrittene Einsatztruppe SIP (Sicherheit, Intervention, Prävention) ins Visier, die in der Stadt ebenfalls für Ordnung sorgen soll und rund 900 000 Franken pro Jahr kostet. «Man sollte die SIP abschaffen und das Geld in die Quartierpolizei stecken», so Stadelmann. «Wir würden der SIP keine Träne nachweinen.»

Die städtische Sicherheitsdirektorin Ursula Stämmer ist gegen eine Abschaffung der SIP: «Sie erfüllt eine Gemeindeaufgabe und hat einen anderen Auftrag als die Quartierpolizei. Sie wirkt darauf hin, dass die Polizei gar nicht erst zum Einsatz kommen muss.»

Die kantonale Polizeidirektorin Yvonne Schärli hat die Anliegen der Quartiere entgegengenommen. Bis Ende Jahr soll mit ihnen zusammen eine Evaluation vorgenommen werden.

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