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EnglandQueen in Sorge wegen Pottwal-Zähnen

Die britische Queen Elizabeth II. steht vor einem moralischen Dilemma: Einst erhielt sie von den Fidschi-Inseln ein möglicherweise «illegales» Geschenk - was tun mit dem heiklen Präsent?

Drei zu Halsketten verarbeitete Pottwal-Zähne bereiten Queen Elizabeth II. Sorgen. Da der Pottwal-Bestand heute als gefährdet gilt, zeigte sich die Monarchin beunruhigt, ob das Geschenk nun den Fidschi-Inseln zurückgegeben werden müsse und ob es in London ausgestellt werden sollte.

Die Queen hatte am Freitag vorab die Exponate einer Ausstellung anlässlich des 60-jährigen Bestehens des Commonwealth besichtigt, die am Sonntag im Buckingham-Palast eröffnet werden soll. Gezeigt werden Geschenke, die die Queen als Oberhaupt des Commonwealth auf ihren Reisen erhalten hatte sowie die Kleider, die sie bei ihren Auftritten trug.

Der Direktor der Königlichen Sammlung, Sir Hugh Roberts, konnte die Monarchin in ihrer Sorge um die Walzähne beruhigen: «Nun, ich denke, Ma'am, sie wurden Ihnen vor ausreichend langer Zeit überreicht». Er gehe daher nicht davon aus, dass die Zähne zurückgegeben werden müssten.

Die Queen antwortete lachend: «Ich hoffe nicht, es wäre ganz schrecklich, wenn jemand vorbeikäme und sagte: 'Die müssen Sie aber zurückgeben'». Auch das Umweltministerium gab Entwarnung: Die Walzähne bräuchten keine Lizenz der Konvention über den Internationalen Handel mit gefährdeten Arten, wenn sie einfach nur ausgestellt würden.

Der Commonwealth in seiner heutigen Form wurde 1949 gegründet und ist ein Staatenbund, zu dem Grossbritannien und seine ehemaligen Kolonien gehören. Er umfasst rund ein Drittel der Länder weltweit und ein Viertel der Weltbevölkerung.

Der Pottwal ist der einzige Grosssäuger unter den Zahnwalen. Alle anderen Grosswale sind Bartenwale, die anstelle von Zähnen Hornplatten haben, mit denen sie ihre Nahrung aus dem Wasser filtern. (sda)

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