Prinz Andrew muss nach Zustimmung von Queen Elizabeth alle militärische Titel aberkennen
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Nach Zustimmung der QueenPrinz Andrew muss alle militärischen Titel und Schirmherrschaften abgeben

Nachdem ein New Yorker Gericht die Klage gegen den Queen-Sohn durchgewunken hat, forderten über 150 Veteranen ihm die militärischen Verdienste abzuerkennen. Mit Erfolg.

von
RAT
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Über 150 Veteranen fordern, dass die Queen ihrem Sohn die militärischen Titel aberkennt.

Über 150 Veteranen fordern, dass die Queen ihrem Sohn die militärischen Titel aberkennt.

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Das New Yorker Bezirksgericht hat entschieden: Eine Misshandlungsklage gegen den Sohn der Queen wird zugelassen.

Das New Yorker Bezirksgericht hat entschieden: Eine Misshandlungsklage gegen den Sohn der Queen wird zugelassen.

AFP
Andrews Anwälte argumentierten, dass eine aufgetauchte aussergerichtliche Einigung zwischen Jeffrey Epstein und Virginia Giuffre von 2009 eine Anklage des Prinzen verhindern soll.

Andrews Anwälte argumentierten, dass eine aufgetauchte aussergerichtliche Einigung zwischen Jeffrey Epstein und Virginia Giuffre von 2009 eine Anklage des Prinzen verhindern soll.

REUTERS

Darum gehts

  • Queen Elizabeth (95) wurde aufgefordert, Prinz Andrew (61) seine militärischen Titel abzuerkennen.

  • Er habe gegen die höchsten Standards wie Redlichkeit, Ehrlichkeit und ehrenhaftes Verhalten verstossen.

  • Das Schreiben von 150 militärischen Veteranen folgt jetzt, nachdem die Zivilklage von Virginia Giuffre gegen Prinz Andrew zugelassen wurde.

  • Sie behauptet, von mehreren Freunden Jeffrey Epsteins sexuell misshandelt worden zu sein.

  • Kurz darauf hat die Monarchin reagiert und entzieht Andrew nun alle militärischen Dienstgrade und royalen Schirmherrschaften.

Nun steht fest: Prinz Andrew werden alle militärischen Dienstgrade und royalen Schirmherrschaften entzogen. Der 61-Jährige werde sich demnach in dem Prozess als privater Bürger verteidigen, teilte der Buckingham-Palast in London am Donnerstag mit. Im veröffentlichten Statement heisst es: «Mit Zustimmung der Königin sind die militärischen Zugehörigkeiten und die königlichen Schirmherrschaften des Herzogs von York an die Königin zurückgegeben worden.»

Zuvor wurde bekannt, dass mehr als 150 militärische Veteranen Queen Elizabeth II. (95) dazu aufgefordert haben, Prinz Andrew seine militärischen Titel abzuerkennen. «Offiziere des britischen Militärs sind den höchsten Standards an Redlichkeit, Ehrlichkeit und ehrenhaftem Verhalten verpflichtet», schrieben die ehemals ranghohen Vertreter der Royal Navy und der britischen Armee sowie Kampfpiloten in dem am Donnerstag veröffentlichten Brief. Prinz Andrew, der sich wegen Misshandlungsvorwürfen in den USA einer Zivilklage gegenüber sieht, habe diese Standards nicht erfüllt.

«Wäre dies irgendein anderer ranghoher Militäroffizier, wäre es indiskutabel, dass er noch im Amt wäre», hiess es weiter in dem Schreiben. Man fordere die Queen daher auf, ihrem zweitältesten Sohn alle verbleibenden militärischen Titel und Ränge zu entziehen. «Wir verstehen, dass er Ihr Sohn ist, aber wir schreiben Ihnen als Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaberin der Streitkräfte.» Diese Schritte hätten schon vor langer Zeit passieren können, sollten nun aber nicht länger aufgeschoben werden.

Klage gegen Andrew durchgewunken

Ein Prozess gegen Prinz Andrew ist mit der Entscheidung eines Gerichts in New York am Mittwoch ein Stück näher gerückt: Der Richter lehnte die Einwände von Andrews Anwälten ab, die die Klage im Keim ersticken wollten. Die US-Amerikanerin Virginia Giuffre wirft dem Prinzen vor, sie vor rund 20 Jahren als 17-Jährige mehrfach sexuell misshandelt zu haben.

Demnach wurde sie vom mittlerweile gestorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein vermittelt. Andrew weist die Vorwürfe kategorisch zurück. Seine öffentlichen Aufgaben als Mitglied der Royal Family hat der Queen-Sohn schon seit Bekanntwerden der Vorwürfe niedergelegt, die militärischen Titel aber bislang behalten.

Wird Prinz Andrew sich freikaufen?

Im Missbrauchsskandal um Prinz Andrew kann nach Ansicht von Experten nur noch eine Millionenzahlung den Queen-Sohn vor einem skandalösen Gerichtsverfahren retten. Der 61-Jährige habe ansonsten keine guten Optionen mehr, kommentierte der renommierte britische Medienanwalt Mark Stephens am Donnerstag. «Der Schaden muss begrenzt werden.» Stephens schätzt, dass Andrew für eine aussergerichtliche Einigung der Klägerin Virginia Giuffre umgerechnet rund 6,3 Millionen bis zu 12,5 Millionen Franken bieten muss. Dennoch sei das Verhindern eines Prozesses eher unwahrscheinlich: «Frau Giuffre wird ihren Tag im Gericht wollen.»

Das macht auch einer der Anwälte der US-Amerikanerin deutlich. «Es ist Virginia Giuffre sehr wichtig, dass diese Angelegenheit auf eine Weise gelöst wird, dass sie und die anderen Opfer Gerechtigkeit erfahren», sagte David Boies der BBC. Er liess aber eine Hintertür für eine gütliche Einigung offen. Der Fall gilt als bedeutendste Klage gegen ein Mitglied der königlichen Familie in jüngster Zeit.

Geld für einen Vergleich wäre offenbar vorhanden. Zwar wird die Queen ihrem Lieblingssohn vermutlich keinen Penny aus ihrem immensen Vermögen zur Verfügung stellen – das würde ein PR-Desaster bedeuten. Doch hat Andrew vorgesorgt, wie die Zeitung «The Sun» berichtete. Demnach will er sein Chalet im Schweizer Alpenort Verbier verkaufen und erwartet Einnahmen von mindestens 15 Millionen Pfund.

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(DPA)

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