Unabhängige Schotten: Queen und Pfund bleiben, BBC und Atomwaffen nicht

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Unabhängige SchottenQueen und Pfund bleiben, BBC und Atomwaffen nicht

Die schottische Regionalregierung hat ihr mit Spannung erwartetes Weissbuch veröffentlicht, das die Abspaltung vom Vereinigten Königreich im Detail regelt. Vieles, aber nicht alles würde anders.

von
kri
Schottlands Erster Minister Alex Salmond will das Land vom Vereinigten Königreich abspalten.

Schottlands Erster Minister Alex Salmond will das Land vom Vereinigten Königreich abspalten.

Zehn Monate vor der Volksabstimmung über eine Abspaltung von Grossbritannien hat Schottlands Regionalregierung einen umfassenden Bericht zu ihren Unabhängigkeitsplänen vorgelegt. Der schottische Regierungschef Alex Salmond stellte am Dienstag in Glasgow ein sogenanntes «Weissbuch» zu der Frage vor.

«Schottlands Zukunft liegt jetzt in Schottlands Händen», sagte Salmond. Das 670 Seiten starke Dokument soll laut Regierung «wirtschaftliche, soziale und demokratische Argumente für die Unabhängigkeit» liefern.

Die wichtigsten Punkte:

Schottland würde das Pfund als Währung beibehalten und einen fairen Anteil der Auslandsschulden des Vereinigten Königreichs übernehmen.Die Queen bleibt Staatsoberhaupt.Die Öl- und Gasvorkommen in der Nordsee, die zu 90 Prozent in schottischen Hoheitsgewässern liegen, würden an Schottland übergehen.Aufbau von öffentlich-rechtlichem Radio und Fernsehen als Ersatz für die BBC.Die Post «Royal Mail» wird wieder verstaatlicht.Bildung einer 15'000 Mann starken Armee mit sowie eigener Geheim- und Sicherheitsdienste.Schnelle Einigung über den Abzug der derzeit auf schottischem Territorium stationierten Atomwaffen.70 bis 90 Botschaften und Konsulate.Gratis Kinderbetreuung für Einjährige.Keine Steuererhöhungen.

Schottland gehört seit 1707 zur britischen Krone und geniesst seit 1997 weitreichende Autonomie. Obwohl die Umfragen etwas anderes suggerieren, zeigt sich die schottische Regierung bislang zuversichtlich, dass das Volk am 18. September 2014 für eine Abspaltung vom Vereinigten Königreich stimmt. Derzeit tritt nur ein Drittel der Schotten dafür ein. Die britische Regierung und Opposition sind strikt dagegen. (kri/sda)

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