Abstimmungskampagne eröffnet - Queere Menschen zünden auf dem Inseli den Startschuss für die Ehe für alle
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Abstimmungskampagne eröffnetQueere Menschen zünden auf dem Inseli den Startschuss für die Ehe für alle

Am 26. September 2021 bestimmen die Stimmberechtigten, ob sie Ja zur Ehe für alle sagen wollen. Am Sonntag fand in Luzern der Kampagnenstart statt. Mit dabei war auch Michael Töngi, Nationalrat der Grünen.

von
Daniela Gigor

Die Kampagne der Befürworter für die Ehe für alle hat am Sonntag in Luzern ihre Kampagne gestartet.

20 Minuten/Astrid Winiker

Darum gehts

  • Im September wird an der Urne darüber entschieden, ob auch gleichgeschlechtliche Paare zivil heiraten dürfen.

  • In der Schweiz sind gleichgeschlechtliche Paare nicht gleichgestellt, weil sie nicht heiraten können und ihnen somit wichtige Rechte verwehrt bleiben.

  • In Luzern wurde darum am Sonntag auf dem Inseli die Kampagne der Befürworter gestartet.

  • «Für mich persönlich ist es ein grosses und wichtiges Zeichen, sowie ein wichtiger Schritt zur Gleichstellung, wenn die Stimmberechtigten der Ehe für alle zustimmen würden», sagt etwa Michael Töngi, Luzerner Nationalrat der Grünen.

Eine Mehrheit des Schweizer Parlaments hat am 18. Dezember 2020 beschlossen, dass die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet werden soll. Darum hat am Sonntag der Luzerner Kampagnenstart für die Ehe für alle auf dem Inseli stattgefunden. Mit dabei war auch der Luzerner Nationalrat der Grünen, Michael Töngi. Er begründet sein Engagement so: «Gleichgeschlechtliche Paare sind in der Schweiz nicht gleichgestellt, weil sie nicht heiraten können und ihnen somit wichtige Rechte verwehrt bleiben. Diese Paare und ihre Kinder sind nach wie vor weniger gut gesetzlich abgesichert, obwohl die Bundesverfassung jegliche Diskriminierung aufgrund der Lebensform verbietet.» Mit der Ehe für alle würde diese elementare Benachteiligung beseitigt und es würden alle Paare gleichgestellt.

Laut Töngi ist die Schweiz eines der letzten europäischen Länder, das die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare noch nicht geöffnet hat. Die seit 2007 mögliche eingetragene Partnerschaft ist der Ehe auch im Alltag nicht gleichgestellt und diskriminiert queere Personen etwa auch in Ausweispapieren. «Dort kann jeder erkennen, welche sexuellen Vorlieben diese Person hat, weil im Vermerk über den Zivilstand die eingetragene Partnerschaft für jeden sichtbar ist», sagt Töngi weiter. Tatsächlich hat der Bund bei einem Ja an der Urne vorgesehen, dass eingetragene Partnerschaften bei einer Annahme der Vorlage in eine Ehe umgewandelt werden können.

Töngi traute sich nicht an einer «kleinen Schwulendemo» mitzumachen

Töngi, der seit 20 Jahren mit seinem Partner zusammenlebt, sagt: «Für mich persönlich ist es ein grosses und wichtiges Zeichen, sowie ein wichtiger Schritt zur Gleichstellung, wenn die Stimmberechtigten der Ehe für alle zustimmen würden.» Er erinnert sich noch daran, dass in Luzern etwa 1983 eine «kleine Schwulendemo» stattgefunden habe und er sich damals nicht traute mitzumachen oder sich zu outen: «Sich zu outen ist in der heutigen Zeit zwar einfacher, für die einzelnen Personen aber noch immer schwierig genug.»

Töngi: «Würde der Ehe für alle an der Urne zugestimmt, wäre es für Personen der LGBTQIA+ ein entsprechender Schritt der Heteros, den gleichgeschlechtlich Liebenden zu zeigen, dass sie keine Exoten sind und zu ihrer Sexualität stehen können.» Auch der Bundesrat empfiehlt für die Abstimmung vom 26. September ein Ja zur Ehe für alle.

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Lilli.ch, Information und Verzeichnis von Beratungsstellen

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