3 mit Sex: «Quickies sind wie zu viel Alkohol – geile Storys, mieser Kater»
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3 mit Sex«Quickies sind wie zu viel Alkohol – geile Storys, mieser Kater»

Bruce hatte schon einige davon: schnelle Nummern ohne viel Rumgeplänkel. Im Nachhinein hat sich der Sex kaum je als gut herausgestellt. Bereut hat er es trotzdem nie.

von
Bruce
Zora Schaad
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Bruce hatte in Mexiko einen Quickie. Doch wirklich besser gefühlt hat er sich danach nicht. 

Bruce hatte in Mexiko einen Quickie. Doch wirklich besser gefühlt hat er sich danach nicht.

Illu: Anna Deér
Sie ist Single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.
Ella

Sie ist Single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.

Illu: Anna Déer
Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, inner- und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.
Lars

Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau, WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln umgehen kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, inner- und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.

Illu: Anna Deér

Darum gehts

  • Bruce hatte schon viele Quickies.

  • Der Sex dabei war allerdings nie wirklich gut.

  • Bruce vergleicht Sex mit Alkohol: «Der Rausch ist toll, die Storys danach richtige Partyknüller, aber der Kater im Anschluss kann heftig sein.»

Mit der Französin habe ichs nach einem «Salut, ça va?» auf der Toilette des El Paso getrieben, mit dem Pizzakurier vor dem Pizzaofen, und Luca hat mich im Fotoautomaten nach dem Austausch einiger Chat-Nachrichten befriedigt. Ich hatte in meinem Leben schon verschiedene Quickies. Die prickelnde Spannung vor dem kurzen Spass habe ich immer sehr genossen. Und im Rückblick sind einige meiner lustigsten Vögel-Geschichten so zustande gekommen. Aber guter Sex bei einer schnellen Nummer? Leider nein! Auch das Gefühl von Leere, das mich nach solchen flüchtigen Abenteuern befällt, macht mich häufig ziemlich sad. Zum Glück bin ich ein Meister des Verdrängens – meistens.

Die Fingernägel-Frau lernte ich in den Ferien in Mexiko kennen. Sie war Britin, ziemlich jung und ebenso heiss – bis auf ihre verschiedenfarbigen, viel zu langen Fingernägel. Sie war laut und sehr trinkfest, wie ich merkte, als ich sie und ihre Freundin im Hostel morgens um 2 Uhr kennen lernte und wir gemeinsam ein Bier nach dem anderen leerten. Ihren Namen habe ich vergessen, deshalb heisst sie Fingernägel-Frau. Wir stürzten also Bier um Bier, tauschten belanglosen Small Talk aus, bis ihre Freundin ins Klo kotzte und ins Bett torkelte.

«Wir hatten Sex wie Tiere: die Hose in den Kniekehlen, das Kleid hochgezogen»

Uns hätte das egaler nicht sein können. Wir wollten knutschen und fummeln. Da wir in diesem verfluchten Drecksloch von einem Hostel immer wieder von heimkehrenden, grölenden Tennies unterbrochen wurden, beschlossen wir, uns mit einem weiteren Bier in der Hand auf die leere Dachterrasse zu verziehen. Dort angekommen hatten wir Sex wie Tiere: ich die Hose in den Kniekehlen, sie das kurze Sommerkleid hochgezogen.

Es war wahrhaftig ein Quickie. Schon 15 Minuten später lag ich in meinem Dorm und fühlte mich trotz des schönen Abends und der schnarchenden Freunde neben mir so einsam und von der Welt verlassen wie kaum je zuvor. Das war vor sechs Jahren. Aber seither kommt dieses Gefühl nach zufälligen Sex-Begegnungen immer mal wieder auf. Nicht immer und nicht lange, aber jedes Mal sehr unangenehm.

«Quickies sind eher nasty. Aber nasty geil ist eben leider doch geil!»

Am nächsten Tag habe ich die Fingernägel-Frau am Frühstücksbuffet wieder gesehen. Wir begrüssten uns mit einem gekünstelten Lächeln, danach reiste sie ab. Mein letzter Blick bestätigte, dass ihre Nails wirklich bemerkenswert hässlich waren. Aus der Ferne wie ein Knäuel farbiger Würmer und so fake wie unsere Intimität vom Vorabend: zwei Menschen, die ihre Geschlechtsteile ineinander versenken – aber sich eigentlich überhaupt nicht kennen. Bloss den bleichen Fleischkäse auf dem Zmorgebuffet fand ich in diesem Moment noch abstossender.

Ich glaube, mit schnellem Sex ist es wie mit zu viel Alkohol: Der Rausch ist toll, die Storys danach richtige Partyknüller, aber der Kater im Anschluss kann heftig sein. Wahrscheinlich ist dieser «kleine Tod» so tödlich, weil man ihn irgendwie ganz allein sterben muss. In völliger Einsamkeit. Das hat seinen Reiz. Und trotzdem fühlt es sich im Moment gar nicht nice an. Eher nasty. Aber nasty geil ist eben leider doch geil. Non, je ne regrette rien!

Sex-WG

3 mit Sex

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so, und auch einige Angaben sind geändert. Wahr ist aber, dass sie leidenschaftlich gern durch die Keller und Clubs der besten Stadt dieses Landes tanzen. Die drei Singles lieben Techno, Rührei und die stabilen Betten ihrer WG. Und sie wissen: Falls sie sich je zu dritt darin vergnügen, ist das das Ende von allem – oder der Beginn von etwas noch Grösserem. 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihren Abenteuern.

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