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Bestes NetzQuickline stösst Swisscom, Sunrise und Salt vom Podest

Ein deutsches Vergleichsunternehmen hat in einem Test Schweizer Breitband-Anbieter verglichen. Der Gewinner sorgte für eine Überraschung.

von
Dominique Zeier
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Quickline landet bei einem Vergleich Schweizer Breitband-Anbieter überraschend auf Platz 1. 

Quickline landet bei einem Vergleich Schweizer Breitband-Anbieter überraschend auf Platz 1.

Quickline
Der Vergleich wurde vom deutschen Unternehmen Connect durchgeführt. 

Der Vergleich wurde vom deutschen Unternehmen Connect durchgeführt.

KEYSTONE
Sunrise landet auf Platz 2. 

Sunrise landet auf Platz 2.

KEYSTONE

Darum gehts

  • Ein deutsches Vergleichsunternehmen hat die Schweizer Breitband-Anbieter verglichen.

  • Dabei zeigte sich ein überraschendes Ergebnis.

  • Die grossen Anbieter wie Swisscom, Salt oder Sunrise landeten nur auf Platz zwei, drei und vier.

  • Grosser Gewinner des deutschen Vergleichs ist Quickline, ein Zusammenschluss regionaler Partner.

Wer liefert das beste Angebot für Web-TV, Streaming und Homeoffice? Diese Frage hat sich das deutsche Unternehmen Connect gestellt und die verschiedenen Breitband-Anbieter in der Schweiz untersucht. Dabei ergab sich ein überraschendes Ergebnis: Testsieger ist Quickline, ein Zusammenschluss aus regionalen Partnern mit einem Mix aus Kabel- und Fiberanschlüssen. Sunrise, Swisscom und Salt landen laut der Erhebung von Connect erst auf dem zweiten, dritten und vierten Platz.

Doch, was ist Quickline, dem es gelungen ist, die grossen Player vom Podest zu stossen? Es handelt sich dabei um einen Zusammenschluss von 24 regional verankerten, unabhängigen Partnern, die den Quickline-Verbund bilden und ihren Hauptsitz in Nidau BE haben. Sie bieten Kabel- und Glasfaseranschlüsse für TV, Internet und Mobile an. Mit diesen hat Quickline laut Connect gleich in mehreren Kategorien gewonnen. Quickline beliefert rund 400’000 Schweizer Haushalte mit Breitband-Internet.

Quickline liefere ein äusserst gutes Web-Angebot, heisst es im Bericht. Die Leistungen im Web-TV fielen ausserdem überragend aus. Ebenfalls positiv gewertet wird, dass Festnetztelefonie bei den Anschlüssen jeweils automatisch dabei ist. Etwas weniger überragend sei das Highspeed-Internet von Quickline. Dort landete der Anbieter nur auf dem zweiten Platz. Das Verdikt des Test-Unternehmens Connect ist: Sehr gut.

Sunrise auf dem zweiten Platz

Auf dem zweiten Platz der Anbieter landet Sunrise. Dieses setze für sein Festnetzangebot weitgehend auf Glasfaser und schliesse in seine Angebote auch immer Festnetztelefonie mit ein – allerdings zu unterschiedlichen Gesprächstarifen. Den TV-Dienst «We TV» gibt es zu einem Aufpreis. Am besten schnitt Sunrise bei den Web-Services ab. Beim Test, wie schnell ein Fotobuch über das Sunrise-Netz hochgeladen werden kann, zeigen sich die Tester von Connect äusserst zufrieden. Dem gegenüber steht allerdings die zweitlangsamste Antwort zu Gaming-Servern, die gemessen wurde.

Dazu muss allerdings erwähnt werden, dass Sunrise nach beginn der Messungen von Connect ein neues Datenpaket mit Namen «We Home XL+» eingeführt hat. Dieses konnte aufgrund seiner späteren Einführung nicht in die Erhebung mit aufgenommen werden, weshalb die Ergebnisse keinen Aufschluss über dieses Angebot liefern können. Das abschliessende Urteil von Connect über Sunrise lautet: Sehr gut.

Swisscom im guten Mittelfeld

Swisscom landet bei der Connect-Erhebung auf dem dritten Platz. Der Anbieter könne im guten Mittelfeld eingeordnet werden, heisst es im Bericht. Bei Swisscom wurden drei Glasfaser- und ein DSL-Anschluss getestet. Wie Connect berichtet, sank die Download-Bandbreite bei Swisscom dabei in auffällig vielen Fällen unter die 90-Prozent-Grenze des vertraglich vereinbarten Wertes.

Dies habe sich besonders ausgeprägt im 1-Gbit/s-Glasfaseranschluss gezeigt. Die Web-Services und Web-TV-Tests zeigten allerdings gute Resultate, die dennoch die zweitschlechtesten im Test waren. Optional lassen sich mit diesen «Swisscom TV» und Telefonie kombinieren. Das Verdikt der Tester: Gut.

Salt und UPC

Auf Platz vier und fünf landen Salt und UPC. Bei Salt seien bei den Tests alle Messungen unter die 90-Prozent-Grenze der vertraglich vereinbarten Brandbreite gefallen. So könnten die Anschlüssel selbst unter optimalen Bedingungen nur eine nutzbare Datenrate von 8 Gbits/s und nicht etwa die versprochenen 10 Gbit/s erzielen. Salt weise darauf nur versteckt hin. Dennoch seien die Leistungen bei den Web-Services und beim Web-TV die zweitbesten im Testvergleich. Das Urteil der Tester ist daher: Gut.

Anders sieht es bei UPC aus. Das Unternehmen biete bis anhin keine FTTH-Technologie («fibre to the home») an. Daher sei es auch keine Überraschung, dass die Upload- und Download-Datenraten in vielen Fällen unter 90 Prozent fallen. Zwar schneide UPC auch in den Web-Services gut ab, lande aber noch immer auf dem letzten Platz. Sehr gute Leistungen gibt es im Bereich Web-TV, in der höchsten Bandbreitenklasse fallen allerdings lange Pufferzeiten auf. Dies zeigt sich auch an langsamen Gaming-Pings und bei den Fotobuch-Uploads. Das Verdikt lautet also: Befriedigend.

Die Tests

Es ist das erste Mal, dass das Test-Unternehmen Connect eine solche Messung in der Schweiz durchführt. Dafür dienten 14 Schweizer Städte als Teststandorte. Im Zeitraum zwischen dem 14. September und dem 11. Oktober wurden insgesamt 803’297 Messungen durchgeführt. Als Fazit lässt das Unternehmen mitteilen, dass alle Schweizer Netze der höheren Belastung durch Homeoffice, Homeschooling und Videostreaming problemlos standhalten können.

Wie bei bisherigen Tests, die Connect in Deutschland und Österreich durchgeführt hat, lag der Fokus auf Leistungen in den Bereichen Highspeed-Internet, Web-Services und Web-TV. Bemerkenswert sei, «dass die in der Schweiz verfügbaren Breitbandangebote stärker als in Österreich – und mit erheblichem Abstand vor Deutschland – auf schnellen Glasfaserleitungen basieren». Beträchtliche Vorteile bei den Messungen habe dies allerdings nicht gebracht.

Digital-Push

Wenn du den Digital-Push abonnierst, bist du über News und Gerüchte aus der Welt von Whatsapp, Snapchat, Instagram, Samsung, Apple und Co. informiert. Auch erhältst du Warnungen vor Viren, Trojanern, Phishing-Attacken und Ransomware als Erster. Weiter gibt es Tricks, um mehr aus deinen digitalen Geräten herauszuholen.

So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten rechts auf «Cockpit», dann «Einstellungen» und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Beim Punkt «Themen» tippst du «Digital» an – et voilà!

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284 Kommentare
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Werner Wenger

05.11.2020, 21:10

Wenn Quickline über ihre Infrastruktur statt 1/4 der Haushalte doppelt so viele also 1/2 bedienen könnte (müsste) könnte eintreffen, dass die Leistung aus physikalischen Gesetzen bei jedem Kunden leicht abnehmen könnte. Die hohe Leistung bei bisherigen Kunden könnte sich bei wesentlich mehr Leistungsempfängern im gleichen Versorgungsstrang auf diejenige Anbieter mit mehr Kunden herabmindern.

Swisscom Tatsache

05.11.2020, 19:43

Vergesst Quickline funktioniert ebenso nicht wie alle anderen. Bereits in Deutschland keine gute Firma jetzt will dieser Riese hier Kasse machen. Was zwingend notwendig wäre ist dass der Swisscom endlich die letzte Maile genommen wird ab da gäbe es endlich eine faire Preispolitik. Doch der Bund wird hierbei nicht mit spielen verdient er doch ab der SC Millionen.....

Gonterähri

05.11.2020, 18:20

Wie erklärt die Swisscom nun die hohen Preise? In den Randregionen hat die SC eine lausige Kundenpflege! Ich habe seit 35 Jahren eine Kupferleitung wie meine Eltern 1947 und Ein Leerrohr führt 1,5 m neben dem Haus vorbei. Seit 24 Jahren!!