R. Kelly soll Opfer zum Sex mit fremden Mann gezwungen haben
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R. Kellys MisshandlungsprozessOpfer zum Geschlechtsverkehr mit fremdem Mann gezwungen

Seit vergangener Woche läuft der Strafprozess gegen den einstigen Superstar R. Kelly. Nun haben eine weitere Zeugin und sein früherer Tourmanager gegen ihn ausgesagt.

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Vergangene Woche startete der Missbrauchsprozess gegen R. Kelly in New York. 

Vergangene Woche startete der Missbrauchsprozess gegen R. Kelly in New York.

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Zeuginnen sowie sein einstiger Tourmanager sagten bereits vor Gericht aus.

Zeuginnen sowie sein einstiger Tourmanager sagten bereits vor Gericht aus.

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So verriet Letztere Details zum Verhältnis Kellys mit der Sängerin Aaliyah. Demnach soll der 54-Jährige 1994 die damals erst 15-Jährige als volljährig ausgegeben und geheiratet haben, weil er dachte, sie sei schwanger.

So verriet Letztere Details zum Verhältnis Kellys mit der Sängerin Aaliyah. Demnach soll der 54-Jährige 1994 die damals erst 15-Jährige als volljährig ausgegeben und geheiratet haben, weil er dachte, sie sei schwanger.

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Darum gehts

  • Der Missbrauchsprozess gegen R. Kelly geht in die nächste Runde.

  • Am Dienstag hat erneut eine Zeugin vor Gericht im New Yorker Stadtteil Brooklyn ausgesagt und schwere Anschuldigungen erhoben.

  • Ebenso äusserte sich Kellys früherer Tourmanager und verriet, warum der Musiker und die 2001 verstorbene Sängerin Aaliyah tatsächlich heirateten.

  • Bei einer Verurteilung in allen Punkten droht dem 54-Jährigen eine Haftstrafe von zehn Jahren bis lebenslang.

Im Misshandlungsprozess gegen R. Kelly hat eine weitere Zeugin schwere Vorwürfe gegen den 54-Jährigen erhoben. Der einstige R&B-Star habe sie zum Geschlechtsverkehr mit einem fremden Mann gezwungen, sagte die Zeugin, die anonym bleiben will, der Nachrichtenseite «Huffington Post» zufolge bei ihrer Aussage am Dienstag. Dies sei angeblich eine Strafe dafür gewesen, dass sie eine der Regeln Kellys gebrochen habe. Demzufolge filmte er den Akt und gab Anweisungen.

Die Zeugin ist das zweite von mehreren mutmasslichen Opfern, die bei dem Prozess in New York aussagen sollen. Gemäss der «Huffington Post» gab sie an, den Sänger 2015 auf einem Konzert im Alter von 17 Jahren kennengelernt und fortan eine fünfjährige Beziehung zu ihm geführt zu haben.

Darum heiratete der Sänger die minderjährige Aaliyah

Ebenso hat ein früherer Tourmanager am Freitag Details zu Kellys Verhältnis mit der Sängerin Aaliyah preisgegeben. Der «I Believe I Can Fly»-Interpret soll demnach 1994 die damals erst 15-Jährige als volljährig ausgegeben und geheiratet haben, weil er dachte, sie sei schwanger.

Der Manager gab zudem laut US-Medienberichten an, mit Kellys Geld einen Beamten bestochen zu haben. Dieser habe Ausweispapiere fälschen sollen, so dass der zu diesem Zeitpunkt 27 Jahre alte Sänger die Jugendliche heiraten konnte, nachdem er von der mutmasslichen Schwangerschaft der 15-Jährigen erfahren habe. Auf der Heiratsurkunde aus Illinois ist Aaliyahs Alter mit 18 Jahren angegeben. In dem US-Bundesstaat ist Geschlechtsverkehr mit Minderjährigen illegal. Die Ehe der beiden wurde später annulliert.

Der Manager sagte weiter aus, dass er sich nicht wohl dabei gefühlt habe, wie Kelly mit der damals Minderjährigen flirtete, es sei ihm als «zu freundschaftlich» vorgekommen. Kelly hatte Aaliyah 1992 kennengelernt, als sie 13 Jahre alt war, und dann zwei Jahre später ihr Album «Age Ain’t Nothing But A Number» produziert. Kellys Verteidigung soll laut «USA Today» die Geschehnisse abgestritten und argumentiert haben, dass es keinen Beweis für die Schwangerschaft gebe. Die Sängerin starb 2001 bei einem Flugzeugabsturz.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Sänger wirft Kritikern und Kritikerinnen Rufmord-Kampagne vor

Zum Auftakt des Prozesses vergangene Woche hatte bereits eine andere Frau ausgesagt, Kelly habe sich an ihr vergangen, als sie 16 und noch Jungfrau gewesen sei. Beide Frauen erklärten, der Sänger habe ihnen bei den Zusammenkünften immer vorgeschrieben, wie sie sich anziehen sollten und wann sie auf die Toilette gehen durften.

Kelly werden in dem Prozess im New Yorker Stadtteil Brooklyn unter anderem die sexuelle Ausbeutung Minderjähriger, Entführung und Bestechung vorgeworfen. Bei einer Verurteilung in allen Punkten droht dem Sänger eine Haftstrafe von zehn Jahren bis lebenslang. Der seit seiner Festnahme im Sommer 2019 im Gefängnis sitzende Musiker hat alle Vorwürfe immer wieder zurückgewiesen und seinen Kritikern und Kritikerinnen eine Rufmord-Kampagne vorgeworfen.

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(dpa)

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