Toter Obdachloser in Zürich - «R. war die liebste Person – und wurde aus Langeweile getötet»
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Toter Obdachloser in Zürich«R. war die liebste Person – und wurde aus Langeweile getötet»

Im Zürcher Kreis 9 kam es am Sonntag zu einem Tötungsdelikt. Beim Opfer handelt es sich um einen 66-jährigen Obdachlosen. Freunde und Bekannte sind fassungslos.

von
Monira Djurdjevic
Alina Müller
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Am Sonntag kam im Zürcher Kreis 9 zu einem Tötungsdelikt.

Am Sonntag kam im Zürcher Kreis 9 zu einem Tötungsdelikt.

20min/amu
Beim Toten handelt es sich um den Obdachlosen R.

Beim Toten handelt es sich um den Obdachlosen R.

Privat
Beim GZ Bachwiesen wurden Blumen und Kerzen hingelegt.

Beim GZ Bachwiesen wurden Blumen und Kerzen hingelegt.

20min/amu

Darum gehts

  • Am Sonntag wurde beim Gemeinschaftszentrum Bachwiesen im Zürcher Kreis 9 ein toter Mann aufgefunden.

  • Beim Toten handelt es sich um den Obdachlosen R.

  • Freunde und Bekannte trauern um den 66-Jährigen.

  • Für den mutmasslichen Täter wurde U-Haft beantragt.

Die Trauer um den toten Obdachlosen beim GZ Bachwiesen im Zürcher Kreis 9 ist gross. Blumen, Kerzen, Bierdosen und ein Bild des Verstorbenen haben Bekannte und Freunde bei seinem Lieblingsplatz beim Einkaufszentrum Letzipark hingelegt. «R.* war die liebste Person. Er hatte viele Freunde», sagt eine Bekannte. Der dreifache Familienvater habe früher bei einer Schweizer Grossbank gearbeitet und wollte nach Thailand auswandern. «Das hat leider nicht geklappt», erzählt die Frau.

Seit Jahren habe der 66-Jährige den Tag friedlich beim Einkaufszentrum Letzipark verbracht. Am Abend sei er dann mit dem Velo zum GZ Bachwiesen gefahren und habe dort in einem Schlafsack übernachtet. Die Tat schockiert sie: «Es ist wirklich schlimm und unglaublich tragisch. Ich bin überzeugt, dass er aus Langeweile getötet wurde. Er wird uns allen sehr fehlen.»

Wie eine Frau auf Snapchat schreibt, soll der mutmassliche Täter die Tat mit seinem Handy gefilmt und auf Snapchat hochgeladen haben. «Glaubt mir, bereits nach ein paar Sekunden kann man sich das Video nicht mehr anschauen. Das, was der Täter mit ihm gemacht hat, sieht so schlimm aus. Er hat mindestens 25 Mal auf ihn eingeschlagen», schreibt die Frau. Das Video sei in der Zwischenzeit gelöscht worden.

Durch massive, stumpfe Gewalteinwirkung gestorben

Über den mutmasslichen Täter schreibt sie: «Der 20-Jährige ist psychisch krank und hat das nur gemacht, um Aufmerksamkeit zu bekommen.» Stunden zuvor soll er noch gesagt haben, dass er jemanden töten will. Zum Tatzeitpunkt sei der 20-Jährige «mega besoffen» gewesen und habe auf dem Nachhauseweg den 66-Jährigen im Schlafsack beim GZ Bachwiesen liegen sehen und angegriffen.

Wie es bei der Zürcher Staatsanwaltschaft auf Anfrage heisst, hat man Kenntnis von einem Video. Die genauen Umstände und die Hintergründe der Tat seien Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft hat beim Zwangsmassnahmengericht Untersuchungshaft beantragt.

Am Sonntag kurz vor fünf Uhr wurde die Stadtpolizei Zürich zum Gemeinschaftszentrum Bachwiesen gerufen. Dort trafen die Polizisten und Polizistinnen auf einen leblosen Mann. Der aufgebotene Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen. Laut der Kantonspolizei Zürich ist der Mann durch massive, stumpfe Gewalteinwirkung gestorben. Der mutmassliche Täter, ein 20-jähriger Schweizer, war noch am Tatort festgenommen worden. Er hat in der Zwischenzeit ein Geständnis abgelegt.

Die Trauer um den toten Obdachlosen beim GZ Bachwiesen ist gross.

Video: 20min/Alina Müller

*Name der Redaktion bekannt

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Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen

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