Oberengstringen ZH: Rabiate Hausfrau muss bezahlen
Aktualisiert

Oberengstringen ZHRabiate Hausfrau muss bezahlen

In Oberengstringen hat eine 53-jährige Hausfrau eine betagte Nachbarin mit einem Holzscheit geschlagen und ihr ins Gesäss getreten. Das Obergericht hat eine Busse bestätigt.

von
Attila Szenogrady

Der Vorfall in einer Liegenschaft in Oberengstringen hat sich am 27. März 2010 ereignet. Laut Statthalteramt Dietikon traf die heute 53-jährige Angeschuldigte am späten Nachmittag im Kellerbereich auf eine über 70-jährige Nachbarin und bezeichnete diese als Versicherungsbetrügerin. Als die Seniorin wenig höflich antwortete, griff die Hausfrau zu einem Holzscheit und schlug damit auf den Hinterkopf der Rentnerin.

Als die Geschädigte in Richtung Lift entkommen wollte, trat ihr die Beschuldigte ins Gesäss. Einen zweiten Schlag gegen den Kopf wehrte das Opfer ab, zog jedoch eine Verletzung an der linken Hand zu. Danach trat die Angreiferin ihrer Gegnerin ein zweites Mal gegen das Gesäss.

Tätlichkeiten bestritten

Die Seniorin begab sich drei Tage nach dem Vorfall zur Polizei und erstattete Strafanzeige. Dabei reichte sie Fotos über ihre Verletzungen ein. Sie wies eine Prellung am Hinterkopf, einen grossen Bluterguss am Hinterteil sowie eine Abschürfung am linken Daumen auf.

Im Sommer 2010 war für das Dietiker Statthalteramt der Fall klar: Es verurteilte die Hausfrau wegen Tätlichkeiten zu einer Busse von 1000 Franken. Worauf die Gebüsste Einsprache erhob und im letzten März am Bezirksgericht Dietikon einen vollen Freispruch forderte

Sie habe ihre Nachbarin nicht einmal berührt, erklärte sie damals und machte eine falsche Anschuldigung geltend. Allerdings vergebens, da das Dietiker Gericht der Seniorin glaubte und die Busse des Statthalteramtes umfassend bestätigte.

Schuldspruch bestätigt

Die Beschuldigt legte Berufung ein und verlangte kürzlich vor Obergericht einen vollen Freispruch. Allerdings ohne Erfolg. Wie das Obergericht am Freitag eröffnete, hat es den Dietiker Schuldspruch sowie die Busse von 1000 Franken umfassend bestätigt. Die Oberrichter stützten sich auf den erstellten Sachverhalt ab, wonach bereits das Dietiker Gericht die Darstellungen und Beweise der Seniorin als glaubhaft eingestuft hatte.

Die Berufungskosten von 1000 Franken wurden der unterlegenen Einsprecherin auferlegt.

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