Aktualisiert 05.09.2006 11:54

Rabiate Roma-Töchter in Jugendheim und Klinik eingewiesen

Die Probleme mit der umstrittenen Roma- Familie in Rüschlikon reissen nicht ab. Die Behörden haben zwei Töchter in ein Jugendheim und eine Klinik eingewiesen.

Die Behörden reagierten mit Fürsorgerischem Freiheitsentzug (FFE) auf die Schwierigkeiten machenden Mädchen. Rüschlikons Gemeindepräsident Bernhard Elsener bestätigte auf Anfrage von «Radio 24» einen Bericht der «Zürichsee Zeitung» vom Dienstag.

Am Tag zuvor waren Polizisten bei der Familie erschienen, um die jüngste, zwölfjährige Tochter abzuholen und in einem Jugendheim zu platzieren. Dabei soll die 16-jährige Schwester dermassen ausgerastet sein, dass ein Notfallpsychiater gerufen werden musste. Die 16-Jährige wird vorübergehend in einer Klinik betreut.

Schwere Verwahrlosung

Die jüngste Tochter befindet sich in einem Jugendheim im Kanton St. Gallen. Dort dürfte sie auch längere Zeit bleiben. Beatrice Zimmermann, Präsidentin der Sozialbehörde von Rüschlikon, sagte, dass der Fürsorgerische Freiheitsentzug unumgänglich gewesen sei.

Gemeindepräsident Elsener sprach von «schwerer Verwahrlosung». Das zwölfjährige Mädchen habe längere Zeit die Schule nicht mehr besucht und habe praktisch auf der Gasse gelebt. Die Mutter sei nicht in der Lage gewesen, ihre Fürsorgepflicht wahrzunehmen.

Teilweise kriminell

Die seit 1998 in Rüschlikon wohnende Roma-Familie sorgt seit Jahren für Schlagzeilen, weil mehrere Familienmitglieder kriminelle Taten begangen haben. Erst vergangene Woche wurde der 38-jährige Vater vom Bezirksgericht Horgen wegen häuslicher Gewalt zu einer unbedingten Gefängnisstrafe von 16 Monaten verurteilt.

Gemäss einem Entscheid der Asylrekurskommission (ARK) muss der Vater der Roma-Familie in den Kosovo rückgeschafft werden. Des Landes verwiesen werden soll auch der volljährige Sohn, der im Moment ebenfalls wegen Gewalt in Haft ist. Die Ehefrau, fünf Töchter und zwei Enkelkinder dürfen dagegen in der Schweiz bleiben. (sda)

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