Rabin-Mörder will heiraten: Empörung in Israel
Aktualisiert

Rabin-Mörder will heiraten: Empörung in Israel

Die Heiratspläne von Jigal Amir, dem verurteilten Mörder des früheren israelischen Ministerpräsidenten Jizchak Rabin, sorgen in Israel für Empörung.

Rabins Tochter Dalia Rabin-Pelossof musste in einem Krankenhaus wegen Herzrasens behandelt werden, nachdem sie die Nachricht am Sonntag erfahren hatte. Am Montag ging es ihr wieder besser, wie eine Krankenhaussprecherin in Tel Aviv mitteilte.

Der israelische Fernsehsender Kanal 2 hatte am Sonntag berichtet, Amir wolle Larisa Trimbobler das Jawort geben, einer geschiedenen Mutter von vier Kindern. Sie habe Amir in den vergangenen Monaten im Gefängnis besucht und werde den Ultranationalisten aus «ideologischen Gründen» heiraten.

Der Leiter der Gefängnisbehörde, Jaakow Ganot, will die Vermählung trotz der generellen Hochzeitserlaubnis für Häftlinge verbieten. Das Rechtsamt der Behörde habe eine entsprechende Anordnung erhalten, hiess es am Montag. Auch Abgeordnete sowohl der oppositionellen Arbeitspartei als auch des regierenden Likud-Blocks sprachen sich gegen eine Heirat aus.

Amir erschoss Rabin nach einer Friedensdemonstration in Tel Aviv am 4. November 1995. Er sagte damals aus, er habe ein Friedensabkommen zwischen Israel und den Palästinensern verhindern wollen. Amir verbüsst eine lebenslange Haftstrafe ohne Aussicht auf eine Entlassung und wird in Einzelhaft gehalten. Amir und Trimbobler hätten noch keinen offiziellen Heiratsantrag eingereicht, berichtete der Sender am Sonntag weiter. Amirs Familie freue sich jedoch sehr für ihn. Ein Anwalt Amirs sagte am Montag, die Hochzeit sei für April geplant. (dapd)

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