16.09.2020 13:50

Morges VD«Rache an der Schweiz» – Terrorverdächtiger (26) gesteht Tötungsdelikt

Am Samstagabend kam in Morges VD ein Portugiese ums Leben. Die Bundesanwaltschaft ermittelt bereits seit 2019 gegen den Tatverdächtigen. Er soll bei einer Tankstelle in Prilly VD ein Feuer gelegt haben.

von
Konstantin Furrer
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Der mutmassliche Täter wurde am Sonntag festgenommen. 

Der mutmassliche Täter wurde am Sonntag festgenommen.

Leser-Reporter
Er soll am Samstagabend einen 29-jährigen Portugiesen mit einem Messer getötet haben. 

Er soll am Samstagabend einen 29-jährigen Portugiesen mit einem Messer getötet haben.

Keystone
Die Bundesanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen. 

Die Bundesanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen.

Keystone

Darum gehts

  • Am Samstagabend wurde ein 29-Jähriger tödlich verletzt.
  • Die Bundesanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen.
  • Der 26-Jährige hat die Tat gestanden.
  • Der Verdächtige soll bereits im Oktober 2019 eine Tankstelle in Brand gelegt haben.

Nach der Tötung eines 29-jährigen Portugiesen in einem Kebabrestaurant in Morges VD am Samstagabend schliesst die Bundesanwaltschaft (BA) «ein mögliches terroristisches Motiv» nicht aus. Sie habe deshalb die Ermittlungen übernommen, teilte die BA am Montag mit.

Der mutmassliche Täter wurde am Sonntag in Renens VD von der Kantonspolizei Waadt festgenommen. Die BA klärt nun die Hintergründe der Tat ab. Der 26-Jährige soll gemäss RTS die Tat gestanden haben. Als Grund für Tat gab er «Rache an der Schweiz» an. Er sagte ausserdem, dass es «den Propheten rächen» wollte. Bei der Festnahme soll der Mann einen Koran mit sich getragen haben.

Der Verdächtige sei bereits als Beschuldigter in ein Strafverfahren der BA involviert. Die Person sei dem Nachrichtendienst des Bundes (NDB) seit 2017 bekannt. Wie die Bundesanwaltschaft am Mittwoch mitteilte, ermittelt sie bereits seit Oktober 2019 gegen den 26-Jährigen. Es wird ein Strafverfahren wegen des Verdachts der Brandstiftung an einer Tankstelle in Prilly (VD) geführt.

«Er gehört in eine psychiatrische Einrichtung»

Beim mutmasslichen Täter handelt es sich um einen 26-Jährigen aus der Region. Er soll mit diversen Islamisten vernetzt sein. Youssuf* kennt O*., den mutmasslichen Mörder. «O. gehört in eine psychiatrische Einrichtung und nicht ins Gefängnis – das ist nichts Neues. Er gehört nicht ins Gefängnis. Zwischen Bern und Lausanne hat jemand seine Arbeit nicht richtig gemacht», so der 50-jährige Mann aus dem Balkan. Er erinnert sich an einen «zwielichtigen und gequälten Jungen, einen wortkargen und manchmal verrückten Kiffer».

Der 26-Jährige mit kurdischer Abstammung soll seine Freizeit grösstenteils vor einer Tankstelle in der Gegend von Lausanne verbracht haben. Youssuf: «Er führte Selbstgespräche. Er wiederholte oft: ‹Allah bittet mich, dies zu tun, und Satan bittet mich, das Gegenteil zu tun. Was soll ich tun?»

(SDA)

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