Mord in St. Galler Moschee: Rache für 18 Jahre zurückliegende Tat?
Aktualisiert

Mord in St. Galler MoscheeRache für 18 Jahre zurückliegende Tat?

Der Mann, der am Freitag in einer Moschee in St. Gallen erschossen wurde, ist offenbar Opfer der Blutrache - Vergeltung für eine Tat, die sich vor fast zwei Jahrzehnten ereignete.

von
ale/lüs

Am Freitag um 14 Uhr traf bei der Polizei die Meldung ein, dass in einer Moschee in St. Gallen-Winkeln

Schüsse abgefeuert wurden. Die Beamten rückten aus und fanden eine Leiche und einen Mann mit einer Pistole in der Hand vor. Laut «Tele Züri» wurde der Vater von vier Kindern mit drei Schüssen in den Rücken und zwei Schüssen in den Kopf «regelrecht hingerichtet».

Unterbrochen wurde das friedliche Gebet in der El-Hidaje-Moschee offenbar von einer Blutfehde: Laut Informationen aus dem Umfeld der Opferfamilie soll es sich bei der Tat um einen späten Racheakt handeln. Auch der ehemalige Imam der Moschee, Fehim Dragusha, bestätigt die Geschichte der Rache für einen fast zwei Jahrzehnte zurückliegenden Mord, von dem die Familie des jetzigen Täters betroffen gewesen sein soll. Er sagt zu 20 Minuten: «Ich habe gehört, dass der Täter sich für eine Bluttat gerächt hat, die der Bruder des Opfers vor 18 Jahren begangen hat.» Unklar ist noch, wo die damalige Tat stattgefunden hat. Der ehemalige Imam erwähnte die Möglichkeit einer Tat in Serbien oder im Kosovo. Informationen aus dem Umfeld der Opferfamilie deuten auf eine Tat hin, die in Walenstadt begangen wurde. Ein weiterer Informant spricht von einem Vorfall in Graubünden.

Kantonspolizei ermittelt noch

Die Kantonspolizei St. Gallen kann bisher keine der Informationen bestätigen - man ermittle in alle Richtungen. Derzeit finden Einvernahmen mit dem Festgenommenen wie auch mit rund zehn Personen statt, die im Umfeld der Moschee angetroffen wurden. Die Identitäten des Opfers sowie des Festgenommenen müssen noch zweifelsfrei festgestellt werden. Die Polizei will am Samstag informieren.

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