Rache: Hamas will den Tod «hunderter» Israelis

Aktualisiert

Rache: Hamas will den Tod «hunderter» Israelis

Die radikalislamische Hamas hat nach dem tödlichen Angriff auf ihren Gründer Scheich Ahmed Jassin die Tötung «hunderter» Israelis angekündigt.

In Gaza-Stadt protestierten Tausende aufgebrachte Palästinenser.

Bewaffnete feuerten in die Luft und zündeten Autoreifen an, wie Augenzeugen berichteten. Die Menge bewegte sich zum Haus Jassins im Stadtteil Sabra. Der Radiosender Stimme Palästinas strahlte Koranverse und patriotische Gesänge aus.

Von den Minaretten der Moscheen wurde der «Märtyrertod» Jassins verkündet. Die Schulen im Gazastreifen blieben zum Zeichen der Trauer geschlossen.

Hamas-Führer Abdel Asis el Rantissi erklärte Israel nach dem Anschlag den «Krieg». «Der Krieg gegen diese Mörder, diese Kriminellen und diese Terroristen ist eröffnet», sagte Rantissi im arabischen Fernsehsender El Arabija. Der bewaffnete Arm der Hamas hatte den Israelis zuvor bereits Vergeltung angekündigt, die einem «Erdbeben» gleiche.

USA reagieren zurückhaltend

Der palästinensische Regierungschef Ahmed Korei verurteilte den israelischen Angriff in einer ersten Stellungnahme scharf. Die USA riefen die Konfliktparteien zur Ruhe auf. Alle müssten jetzt «Zurückhaltung zeigen», sagte ein Vertreter des Aussenministeriums am Montag in Washington.

Jassin, der Gründer der radikal-islamischen Hamas-Bewegung, war auf dem Rückweg vom Morgengebet in einer Mosche in Gaza-Stadt bei einem Angriff israelischer Kampfhelikopter getötet worden. Nach Angaben von Spitälern wurden bei dem Angriff insgesamt acht Palästinenser getötet.

Die israelische Armee bestätigte die Tötung Jassins. Jassin sei persönlich für Dutzende Anschläge und den Tod zahlreicher Israelis, Ausländer und von Sicherheitskräften verantwortlich, hiess es. Die israelische Armee riegelte den Gaza-Streifen und das Westjordanland ab.

(sda)

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