Radar soll beim Einparken helfen
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Radar soll beim Einparken helfen

Nahbereichsradar soll künftig einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit leisten.

Das erhoffen sich die führenden Mitglieder des Industriekonsortiums «SARA» (Short range Automotive Radar frequency Allocation), in dem sich verschiedene Automobilhersteller und Zulieferer zusammengeschlossen haben. Nach Angaben des DaimlerChrysler-Konzerns ist die neue Schlüsseltechnologie bereits bis zu einem seriennahen System entwickelt.

Pferdefuss bei der Einführung des Systems ist den Angaben zufolge die noch ausstehende Frequenzregulierung in Europa. Der Grund: Andere Nutzer des betreffenden Frequenzbereichs (zum Beispiel Richtfunk) befürchten eine Beeinträchtigung ihrer Dienste.

Der Radar soll die Sicherheitssysteme im Auto auf ein völlig neues Niveau heben. Bisherige Techniken für passive Sicherheit wie beispielsweise Airbags müssen nach dem Eintreten eines Unfalls innerhalb weniger Millisekunden reagieren. Die neu entwickelten Radarsysteme dagegen beobachten das Fahrzeugumfeld und sind daher bereits vor einem möglichen Aufprall aktiv, wie die Technik-Experten von DaimlerChrysler erläutern.

Der so erreichte Zeitgewinn lasse sich nutzen, um das betroffene Fahrzeug mit Hilfe verschiedener Schutzmechanismen auf einen Crash vorzubereiten beziehungsweise den Fahrer rechtzeitig zu warnen. Ziel dabei ist es nach Worten der Forscher, die Wucht beim Zusammenstoss zu reduzieren und damit die Unfallfolgen zu minimieren.

Mit Hilfe der Radartechnologie sei eine rund 20 Meter breite Rundumsicht um das Fahrzeug realisierbar, erklärten die Techniker. So könnten Hindernisse in der gesamten Umgebung des Autos erkannt werden. Entsprechend vielfältig seien die möglichen Sicherheitsanwendungen. Diese reichten von Warnfunktionen bei drohenden Auffahrunfällen über Hilfestellung beim Spurwechsel bis hin zu Einpark- oder Stop-and-Go-Assistenten.

Zwar ist die technische Basis für das neue Sicherheitssystem laut DaimlerChrysler prinzipiell verfügbar. Als Voraussetzung für eine Markteinführung müssten allerdings zwei wesentliche Faktoren erfüllt sein: Zum einen müsse die Frequenzregulierung gewährleisten, dass knapp zehn Prozent aller Fahrzeuge in Europa mit dem neuen Radarsystem ausgestattet werden dürfen. Zum anderen sei ein ausreichendes Zeitfenster (bis 2014) notwendig. Nur dann seien die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gegeben, um das System einzuführen und eine Nachfolgetechnologie zu entwickeln. «Andernfalls ist die Einführung dieses Sicherheitssystems und damit ein entscheidender Beitrag zur Verkehrssicherheit auf lange Sicht gefährdet», erklärten die Forscher.

SARA ist eine Initiative von Automobilherstellern, Systemlieferanten und Sensorproduzenten. Das Konsortium setzt sich für eine weltweit gültige Regulierung des Autoradars ein. DaimlerChrysler, die BMW Group, Bosch, Delphi, Siemens und Tyco Electronics gehören zu den führenden Mitgliedern. (dapd)

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