Aktualisiert 17.03.2004 22:43

«Radarkästen sind nicht zum Geldverdienen da»

Vor jedem Radarkasten in der Stadt Zürich soll künftig eine Warntafel stehen: Das fordert ein SVP-Postulat.

Der Vorstoss wurde gestern Abend von den SVP-Gemeinderäten Mauro Tuena und Roger Liebi eingereicht. Im Text heisst es: «Radaranlagen dienen ausschliesslich der Verkehrssicherheit. Die Polizei soll nicht zum verlängerten Arm des Fiskus werden.» Es dürfe nicht sein, dass die Stadt mit Blechpolizisten übermässig viel Geld verdiene, sagt Tuena.

Konkret stellen sich die beiden Politiker vor, dass rund 50 Meter vor jeder Radarfalle, die Tempo- und/oder Rotlichtsünder erfasst, ein Schild mit der Aufschrift «Achtung, Radargerät!» angebracht wird. Tuena: «Bei einer solchen Tafel bremst doch jeder Autofahrer, was die grösste Präventionswirkung hat. Kaum sichtbare Blechpolizisten nützen viel weniger.»

Beim Touring-Club Schweiz (TCS) ist man von der Idee angetan: «Ich kenne die Warntafeln von München und Frankfurt her. Das Postulat würde ich sofort unterschreiben», sagt Reto Cavegn, Geschäftsführer der TCS-Sektion Zürich.

«Höchst problematisch», findet hingegen der Verkehrs-Club der Schweiz (VCS) die Forderung. «Gewisse Autofahrer könnten die Tafeln als Einladung verstehen, einfach zwischen den Radarkästen zu rasen», sagt Marianne Brunner, VCS-Expertin für Verkehrssicherheit.

Bernhard Brechbühl

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