Radau an Solothurner Heso: Kirche musste hinter Gitter
Aktualisiert

Radau an Solothurner Heso: Kirche musste hinter Gitter

Ausnahmezustand während der Solothurner Herbstmesse: Trotz Gewaltprävention machten Jugendliche am Wochenende die Stadt unsicher.

Bewusstlos sackte am Landhausquai in der Nacht auf Samstag ein junger Mann zusammen: Eine Flasche hatte ihn am Kopf getroffen. Auf der Chantierwiese brannte es derweil lichterloh: «Obwohl die Polizei mehrmals intervenierte, entfachten Jugendliche immer wieder ein offenes Feuer», sagt Peter Schluep von der Kapo Solothurn. Schliesslich gingen sie sogar mit Flaschen auf die Beamten los. Dabei ging die Scheibe eines Streifenwagens zu Bruch. In derselben Nacht wurde ein Passant mit Pfefferspray angegriffen.

«Man kann nicht alle Probleme der Heso anlasten», betont aber Stapo-Chef Peter Fedeli. Auf dem Messegelände sei es nur vereinzelt zu Raufereien gekommen. Die Polizei war mit einem Stand zum Thema Jugendgewalt präsent. «Weit über 1000 Besucher haben eine Charta unterschrieben und sich verpflichtet, der Gewalt entgegenzuwirken», sagt Fedeli.

Weitere Massnahmen hätten sich positiv ausgewirkt: So gab es erstmals ein auf Jugendschutz ausgerichtetes Kulturzelt. Nachdem schon letztes Jahr das Mindestalter für die übrigen Festzelte heraufgesetzt worden war, verlegten Minderjährige ihre Saufgelage auf die St.Ursentreppe. Die Kathedrale wurde deshalb mit Gittern abgeriegelt.

Patrick Marbach

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