Aktualisiert 14.08.2016 22:07

Über 340 Fälle in Deutschland Radikale Islamisten wollen Flüchtlinge anwerben

Rekrutierungsfeld Asylunterkunft: Die deutschen Behörden haben Kenntnis von mehr als 340 Fällen, in denen Islamisten gezielt Asylbewerber umworben.

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gux
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Iim Visier von Rechtsradikalen (Bild einer Asylunterkunft in Waltrop, Nordrhein-Westfalen im Westen Deuschlands) und von ...

Iim Visier von Rechtsradikalen (Bild einer Asylunterkunft in Waltrop, Nordrhein-Westfalen im Westen Deuschlands) und von ...

Maja Hitij
... sowie von radikalen Islamisten: Über 340 Mal haben radikale Islamisten gemäss dem obersten Verfassungsschützer bereits versucht, Flüchtlinge aus deutschen Asylheimen für ihre Sache anzuwerben.

... sowie von radikalen Islamisten: Über 340 Mal haben radikale Islamisten gemäss dem obersten Verfassungsschützer bereits versucht, Flüchtlinge aus deutschen Asylheimen für ihre Sache anzuwerben.

epa/ali ali
In einem Interview mit der Deutschen Presseagentur sagte Hans-Georg Maassen (l.): «Die Lehre daraus ist: Wir dürfen uns nicht nur konzentrieren auf den IS, der möglicherweise Terrorkommandos nach Europa schickt, wie in Paris oder Brüssel. Sondern es können auch Einzeltäter sein, die sich selbst radikalisieren oder Aufträge erhalten.»

In einem Interview mit der Deutschen Presseagentur sagte Hans-Georg Maassen (l.): «Die Lehre daraus ist: Wir dürfen uns nicht nur konzentrieren auf den IS, der möglicherweise Terrorkommandos nach Europa schickt, wie in Paris oder Brüssel. Sondern es können auch Einzeltäter sein, die sich selbst radikalisieren oder Aufträge erhalten.»

epa/Stephanie Pilick

Über 340-mal haben radikale Islamisten versucht, Flüchtlinge aus deutschen Asylheimen für ihre Sache anzuwerben – und die 340 Fälle sind nur jene, die den Behörden bekannt sind. Es dürfte noch einige mehr geben.

In einem Interview mit der Deutschen Presseagentur (DPA) sagte Hans-Georg Maassen, der oberste deutsche Verfassungsschützer: «Es bereitet uns Sorge, wenn Salafisten und andere Islamisten Werbung in den Asylunterkünften machen.»

Unorganisierte Moscheenlandschaft

So seien unter den Asylsuchenden sehr viele junge Männer sunnitischen Glaubens, die aus einem konservativen islamischen Milieu stammten. Freitags würden diese jungen Männer in eine Moschee, in der Arabisch gesprochen wird, gehen wollen – wobei es in Deutschland zahlreiche islamistische, salafistische Häuser gebe. «Sie bilden ein Vorfeld der Radikalisierung. Das ist gefährlich. Deshalb haben wir eine Vielzahl unter Beobachtung genommen», sagte Maassen. Der Verfassungsschutz-Chef fügte an: «In Deutschland ist es so, dass die arabischsprachige Moscheenlandschaft nicht organisiert ist. Von staatlicher Seite besteht da relativ wenig Einflussmöglichkeit.»

Man habe die Betreiber der Unterkünfte über die Gefahr informiert, so Maassen weiter.

Kampf gegen Einzeltäter? «Da brauchen wir die Gesellschaft»

Auf die jüngsten terroristischen Attacken in Deutschland angesprochen, sagte Maassen: «Die Lehre daraus ist: Wir dürfen uns nicht nur auf den IS konzentrieren, der möglicherweise Terrorkommandos nach Europa schickt, wie in Paris oder Brüssel, sondern es können auch Einzeltäter sein, die sich selbst radikalisieren oder Aufträge erhalten.»

Allerdings sei es deutlich schwieriger, solche Einzelpersonen aufzuspüren. «Da brauchen wir die Gesellschaft, die auf Veränderungen achtet, wenn Personen auffallen – zum Beispiel wenn sie auf ihrem Smartphone als Bildschirmhintergrund eine IS-Fahne haben.»

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