Kantonale Wahlen: Radikale Linke gewinnt in Schaffhausen
Aktualisiert

Kantonale WahlenRadikale Linke gewinnt in Schaffhausen

Die FDP muss im Kanton Schaffhausen eine Blamage hinnehmen: Sie verliert nicht nur deutlich; auch der Partei- und der Fraktionspräsident verpassten die Wahl. Neu hat die Alternative Liste Fraktionsstärke.

Im Kanton Schaffhausen verlieren FDP und SP, während die Alternative Liste, die Jungsozialisten sowie die SVP Senioren gewinnen.

Im Kanton Schaffhausen verlieren FDP und SP, während die Alternative Liste, die Jungsozialisten sowie die SVP Senioren gewinnen.

Bei den Parlamentswahlen im Kanton Schaffhausen hat die FDP eine Schlappe erlitten. Sie verlor im 60-köpfigen Kantonsrat drei Sitze. Ihren Höhenflug fortsetzen konnte dafür die Alternative Liste (AL). Sie erreichte fünf Sitze und damit Fraktionsstärke.

Wie in kaum einem anderen Kanton verzeichnet die AL in Schaffhausen derzeit Erfolge. Im August erst war ihr Kandidat überraschend in den Schaffhauser Stadtrat gewählt worden. Jetzt, einen Monat später, verdoppelten die Alternativen beinahe ihren Wähleranteil im Kantonsparlament auf 7,5 Prozent und gewannen zwei Sitze hinzu.

Das links-grüne Lager geht somit leicht gestärkt aus den Wahlen hervor. Die SP verlor bei einem Wähleranteil von 21,1 Prozent rund 2 Prozentpunkte. Sie verfügt neu über 13 Sitze im Kantonsrat. Der verlorene Sitz der Sozialdemokraten ging jedoch an die Jungsozialisten (Juso), die im Kanton Schaffhausen erstmals zu den Wahlen angetreten war.

Exponenten der FDP abgewählt

Grosse Verliererin ist die FDP. Ihr Wähleranteil sank um 4,3 Prozentpunkte auf 15 Prozent. Sie verliert drei Sitze und ist neu nur noch mit neun Parlamentariern vertreten. Abgewählt wurden sowohl der Parteipräsident als auch der Präsident der Fraktion.

Stärkste Partei im Schaffhauser Kantonsrat bleibt sie SVP mit einem Wähleranteil von 26,7 Prozent. Sie konnte ihre 16 Sitze halten und gewann mit den erstmals angetretenen SVP Senioren sogar einen Sitz dazu.

Dieser wurde an eine Kandidatin aus der Stadt Schaffhausen vergeben. Somit schaffte der prominente Kandidat aus Hallau, Christoph Blochers älterer Bruder Gerhard Blocher, den Sprung ins Parlament erwartungsgemäss nicht. Und wie bei der FDP wurde auch bei der SVP der Parteipräsident abgewählt.

Ökoliberale verlieren Fraktionsstärke

Während die AL mit ihrem Resultat Fraktionsstärke erreichte, verloren die Ökoliberalen diese am Sonntag. Die ÖBS verlor einen Sitz und verfügt neu nur noch über vier Sitze. Einen Sitz dazu gewonnen, hat dafür die EDU, die neu über zwei Sitze im Kantonsrat verfügt.

Ihre Sitze verteidigt haben am Sonntag die Jungfreisinnigen und die Junge SVP. Letztere sind weiterhin mit drei Mitgliedern im Kantonsrat vertreten, die Jungfreisinnigen mit zwei. Ihre drei Sitze halten konnte auch die CVP, die EVP verteidigte ebenfalls ihren Sitz.

Doppelter Pukelsheim

Die Kantonsratswahlen in Schaffhausen wurden zum zweiten Mal nach dem System des doppelten Pukelsheim durchgeführt. Dieses Zuteilungsverfahren erhöht die Chancen für kleinere Parteien und Gruppierungen gewählt zu werden. Es ist jedoch erst nach Auszählerung aller Stimmen klar, welche Partei in welchem Wahlkreis wie viele Sitze macht. (sda)

Deine Meinung