Spital Winterthur: Radioaktives Spitalabwasser ausgetreten
Aktualisiert

Spital WinterthurRadioaktives Spitalabwasser ausgetreten

Wegen einer Fehlfunktion sind Anfang Juni im Kantonsspital Winterthur etwa 1000 Liter radioaktiv belastetes Abwasser ausgetreten. Es floss mit den normalen Abwässern des KSW in die Kläranlage.

Grund für den Zwischenfall war eine Fehlfunktion eines Abwassertanks am KSW, wie dieses am Samstag mitteilte. Die zuständigen Behörden auf Kantons- und Bundesebene seien unverzüglich informiert worden, teilt das KSW weiter mit.

Nach übereinstimmender Aussage der Experten des KSW, des Bundesamtes für Gesundheit, des Amtes für Abfall, Wasser, Energie und Luft und der nationalen Alarmzentrale habe aufgrund der hohen Verdünnung keine Gefahr für Mensch und Umwelt bestanden.

Hätte ein Mensch direkt ab Ausfluss des Abklingtanks einen Liter dieses Abwassers getrunken, erklärt das KSW, hätte er eine Strahlendosis erhalten, die ähnlich hoch sei, wie diejenige die, er erhält, wenn er eine Computertomographie seines Bauchraumes machen würde.

Beim radioaktiv belasteten Abwasser handelte es sich um WC- Abwasser, Waschwasser und Duschwasser von Patienten, die mit radioaktivem Jod therapiert wurden.

Das Abwasser werde normalerweise drei Monate in speziellen Tanks, so genannten Abklingtanks, gelagert bevor es der normalen Kläranlage zugeführt werde. Während dieser Lagerung klinge die Radioaktivtät auf praktisch null, beziehungsweise auf 0,04% der ursprünglichen Strahlung ab.

Wie es zu der zu frühen Entleerung eines Tanks kommen konnte, wird zurzeit in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden abgeklärt. Die Abklingtanks sind jedoch wieder dicht. Ihre Dichtheit wird engmaschig überwacht. (sda)

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